Beshlie McKelvie – Kaschmirschals einer modernen Nomadin

Fair Fashion Kaschmirschals von Beshlie McKelvie
Gemeinsam mit Frauen-Kooperativen in der Mongolei fertigt die britische Designerin Beshlie McKelvie butterweiche Kaschmirschals, deren Wolle aus dem wertvollen Unterhaar der mongolischen Kaschmirziegen gewonnen wird. Beschlie McKelvie ist nicht nur Designerin und moderne Nomadin, sondern auch Anthropologin. Eine abenteuerliche, mutige Frau, die in der Natur zu Hause ist und sich mit Ronja Räubertochter wahrscheinlich ebenso gut verstehen würde wie mit Mogli oder Pippi Langstrumpf. Die Urgroßtochter des einflussreichen Designers William Shand-Kydd wuchs in illustren Kreisen auf – so war Beshlie McKelvies Halbonkel Peter beinahe zwei Jahrzehnte lang mit der Mutter von Lady Diana verheiratet und ging im Buckingham Palast sowie in Adelshäusern ein und aus. McKelvie selbst wuchs inmitten einer wohlhabenden britischen Upperclass Familie, die sich ein Tapeten-Imperium aufgebaut hatte, auf. Umgeben von Künstlern, Teppichknüpfern und Weltenbummlern. Die Beschäftigung mit Stoffen und Mustern wurde ihr also ganz offensichtlich in die Wiege gelegt. Bereits als junges Mädchen war Beshlie beeindruckt von all den Geschichten und den Ahnungen ferner Länder, die der Anblick dieser alten Stoffe in ihr weckte und reiste, wann immer es ihr möglich war, in entlegene Länder.

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Fasziniert von den handwerklichen Fähigkeiten und uralten Traditionen der Einheimischen, erlernte sie während ihrer Reisen und Auslandsaufenthalte zahlreiche Kunstfertigkeiten und Handwerkstechniken fremder Kulturen. Und so sagt sie selbst über ihre Arbeit: »Meine Werke stellen eine Fusion aller Dinge dar, die mich begeistern: Wunderschönes Design, traditionelles authentisches Handwerk und die Stärkung und Unterstützung sozial benachteiligter Frauen sind die Kernstücke meines Ethos».

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Die Nomaden pflegen ein einzigartiges Verhältnis zur Natur

Weltenbummlerin McKelvie fühlt sich in den Höhen des mittelasiatischen Altai-Gebirges – eine mystische Grenzregion zwischen Kasachstan, Russland, der Mongolei und China, in der die Stammesangehörigen seit Generationen auf Pferden und mit Adlern und Falken durch die Landschaft galoppieren – ebenso heimisch wie in Europa. Gemeinsam mit den Kasachen, die in sehr intensiver Beziehung mit der Natur leben, ging sie auf die Jagd. Die Nomaden pflegen ein einzigartiges Verhältnis zu Greifvögeln, seit Jahrhunderten richten sie die »Könige der Himmel« zur Jagd ab und behandeln diese mit großer Liebe und Respekt. McKelvie übernachtete mit den Falknern unter dem gigantischen Sternenhimmel in der Steppe, wusch sich in wilden Flüssen und kochte ihr erbeutetes Essen auf Lagerfeuern. In dieser Zeit sind auch ihre wunderschönen Fotografien entstanden, auf denen sie das ungezähmte, mystische und naturverbundene Leben der kasachischen Nomaden festgehalten hat.

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Das Unterhaar der mongolischen Kaschmirziege gehört zum schönsten, längsten und sanftesten in der Welt 

Mit der Expertise der nomadischen Hirten fertigt McKelvie wunderschöne, butterweiche Kaschmirschals, dessen Wolle aus dem wertvollen Unterhaar der mongolischen Kaschmirziegen gewonnen wird. Die feinen Textilien werden von den Frauen dieser alten Kultur während der kalten Wintermonate mit der Hand bestickt. Die Liaoning Kaschmirziege spielt in den mongolischen Familien eine zentrale Rolle, da Kaschmir eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern ist und die Ziegen daher ein kostbares Gut darstellen. Im Frühjahr, während des Fellwechsels, werden die Ziegen von den nomadischen Hirten mit viel Sorgfalt gekämmt. Bereits seit Jahrtausenden leben die Ziegen in diesen kalten und windigen Bedingungen und schafften es nur dank ihrer dichten, wärmenden und weichen Unterwolle in diesem rauen Klima zu überleben. Aufgrund der geografischen Lage und der schwierigen klimatischen Bedingungen hat sich das langstapelige Unterhaar der mongolischen Kaschmirziege zum schönsten, längsten und sanftesten in der Welt gemausert.

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Neben den samtig weichen Kaschmirschals fertigt McKelvie auch wunderschöne indische Dupatta-Tücher, die in einem kleinen Dorf, südlich von Kalkutta gelegen handgewebt und anschließend in Rajasthan in einer Werkstatt von Handwerkerinnen mit Blockdruck-Mustern versehen werden. Die traditionelle indische Kunst des Blockdrucks galt längst als überholt und drohte in Vergessenheit zu geraten. Es kostete McKelvie jede Menge Überzeugungsarbeit, um die Einheimischen wieder mit der uralten Drucktechnik vertraut zu machen und dieses Handwerk neu aufleben zu lassen. Jeder einzelne Holzblock wird liebevoll in aufwendiger Handarbeit geschnitzt. Die Muster erzählen von indischen Mythen, Legenden und von der Spiritualität der Menschen. Somit sind die Dupatta-Tücher nicht nur wunderschöne fair produzierte Unikate, sondern auch eine Art politisches Statement, denn ihre Blockprints dokumentieren auch die Freiheits- und Unabhängigkeitsbewegung unter dem indischen Menschenrechtler und Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi. Zu beziehen sind die handgewebten Tücher in Deutschland unter anderem über den Online Shop Amodini, der mit Kunsthandwerkern, traditionellen Familienbetrieben sowie kleinen Unternehmen in Entwicklungsländern zusammenarbeitet.

Fotos: PR, Beshlie McKelvie

 

Und hier geht’s zu unserem Bibi Russell Porträt. Das berühmte ehemalige Supermodel ist eine faszinierende Modepionierin und Textilbotschafterin, die ihr Leben, ähnlich wie McKelvie, dem Erhalt traditioneller Handwerkskunst verschrieben hat.