Be Able – Design mit Flüchtlingen und Behinderten

Eco Lifestyle, Inklusion: Be Able – Design mit Flüchtlingen und Behinderten – We are one Tasche, Pancake Plates, Maxheft

Design ist schön. Manchmal auch praktisch. Bei Be Able aber vor allem: verbindend. Denn Isabelle Dechamps, Gründerin des mehrfach ausgezeichneten Bildungskonzeptes und ihr Berliner Team vereinigen Inklusion und Design. Wie ihnen das gelingt? Durch zahlreiche Projekte mit sozialen Randgruppen, bei denen die Teilnehmer dazu angeleitet werden, selbstständig Produktideen zu entwickeln. Anschließend werden die daraus hervorgegangen Produkte zum Kauf angeboten – und schon ist das erworbene Designstück mehr als nur hübsch anzusehen: Es bringt zwei unterschiedliche soziale Gruppen einander näher.


Vor einigen Monaten, entdeckte ich während eines Folkdays Pop-Up Stores in Hamburg wunderschöne, handgefertigte Teller. Keiner glich dem anderen und jeder sah aus wie ein kleines Kunstwerk. Auf Nachfrage erzählte mir Lisa von Folkdays, dass es sich dabei um die »Pancake Plates« von Be Able handelte.
Seitdem speise ich zu Hause quasi nur noch von diesem einen Teller, den ich auf der Stelle erworben habe (ein hellblaues, unförmiges Modell mit rosafarbenen Farbsprenkeln). Aber noch viel schöner als der Teller selbst, ist die Entstehungsgeschichte dahinter. Design ist schön. Manchmal auch praktisch. Bei Be Able ist es vor allem verbindend. Denn Isabelle Dechamps, Gründerin des mehrfach ausgezeichneten Bildungskonzeptes und ihr Berliner Team vereinigen Inklusion und Design auf ganz besondere Weise. Wie ihnen diese Verbindung gelingt? Durch zahlreiche Projekte mit sozialen Randgruppen, bei denen die Teilnehmer dazu angeleitet werden, selbstständig Produktideen zu entwickeln. Die daraus hervorgegangen Produkte werden anschließend zum Kauf angeboten und sind weit mehr als nur hübsch anzusehen: Sie bringen zwei unterschiedliche soziale Gruppen einander näher.

 

Kreativität, Integration und ein Blick über den Tellerrand

Werfen wir also einen Blick über den Tellerrand: Seinen Ursprung hatte die Berliner Non-Profit-Organisation Be Able im Jahr 2010, als die Produktdesignerin Isabelle Dechamps eine Zusammenarbeit mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung begann. Sie wollte die Kreativität der dort arbeitenden Menschen fördern, ihr Selbstvertrauen stärken, ihnen zeigen, dass sie nicht am Rande der Gesellschaft stehen, sondern – im Gegenteil – ein wichtiger Teil von ihr sind. Die daraus entstandenen Designstücke erfreuten sich großer Beliebtheit und halfen, Berührungsängste zwischen verschiedenen Gruppen abzubauen. Das preisgekrönte Bildungskonzept wurde seitdem stetig weiterentwickelt. Nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Flüchtlinge, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen werden nun in die Projekte mit einbezogen. So können soziale Einrichtungen oder Firmen durch Seminare und Workshops lernen, auf die eigene Kreativität zu vertrauen, Produkte zu entwickeln und diese zu vermarkten. Das Prinzip: Designer und Mitarbeiter unterschiedlichster Unternehmen arbeiten mit Menschen mit Behinderung zusammen und erfahren auf diese Weise einen Perspektivenwechsel, bei dem Berührungsängste abgebaut werden.

Menschen, die von der Norm abweichen, sind bereichernd für unsere Gesellschaft

Bei Be Able ist Inklusion weit mehr als nur ein wohlklingendes Vokabular, das die Beteiligten über- beziehungsweise unterfordert zurücklässt, sondern gelebte Wirklichkeit par excellence. Resultat dieser aktiven Integration sind ebenso clevere wie eigenwillige und formschöne Objekte, die locker im Guggenheim Museumsshop stehen könnten: Beispielsweise das »Maxheft«, ein aus einer Papierreste-Collage gestaltetes Notiz- und Skizzenheft, das von den beiden Designern Christine Hausen und Christian Smirnow gemeinsam mit Marion Schulz entwickelt wurde. Ob die perfekt unperfekten »Pancake Plates«, die von Geflüchteten gestalteten »We are one« T-Shirts und Taschen oder die Smartphone-App »Guide for NewBerliner«, die Geflüchtete und Akteure aus der Flüchtlingshilfe gemeinsam konzipiert haben, um Geflüchtete in ihrer ersten Zeit in Berlin zu unterstützen – die gemeinsam erarbeiteten Produkte und Projekte sind in jeder Hinsicht besonders und originell und alles andere als gewöhnlich – genauso wie die Menschen, die diese erschaffen haben. Das Projekt zeigt: Soziale, kulturelle, sprachliche oder körperliche Unterschiede können spielerisch überwunden werden – mithilfe kreativer Designprozesse und durch den verbindenden Glauben an eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleich wertgeschätzt werden.

PSST: Die wunderschönen Pancake Plates könnt ihr im Berliner Shop von Folkdays zu beziehen!

Mitarbeit: Isabel Folie

 

Fotos: PR

 

Und hier erfahrt ihr mehr über die preisgekrönte NGO Skateistan – Skateboards statt Krieg und Gewalt.