Bag2Work – Rucksäcke für Flüchtlinge 

Die Idee ist ebenso einfach wie genial: Auf Lesbos hat die Niederländerin Floor Nagler im vergangenen Jahr angefangen, gemeinsam mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern robuste DIY-Rucksäcke – so sogenannte »Bag2Work« zu fertigen. Die Materialien? Schlauchboote und Rettungswesten. Wenn derzeit jemand ein schweres Päckchen zu tragen hat, dann sind es die unzähligen Flüchtlinge, die ihre Heimatländer, ihre Freunde und Familien, ihre Häuser, ihre Jobs, sprich ihr gesamtes altes Leben verlassen haben – in der Hoffnung, bei uns, im von Krieg und Diktaturen verschonten Westen, ein besseres Leben zu finden.

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Täglich kamen im vergangenen Jahr Tausende Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos an. Und noch immer sind es Unzählige, die sich auf die lebensgefährliche Flucht übers Meer begeben und täglich auf griechischen Inseln ankommen. Ausgestattet mit einem Minimum an persönlichen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht am Körper bei sich tragen, erreichen die Flüchtenden nach einer lebensgefährlichen Odyssee auf dem offenen Meer die kleine Mittelmeerinsel. Kaum ist Land in Sicht, springen sie aus den Booten und entledigen sich ihrer Rettungswesten. Als Zeugnis ihrer Ankunft bleiben Berge von verwaisten Rettungswesten und Schlauchbooten am Strand zurück. Ein Anblick, der die niederländische Textilstudentin Floor Nagler, die sich als freiwillige Helferin auf Lesbos aufhielt, dazu inspirierte, gemeinsam mit ihrer Freundin Didi Aalsund praktische Rucksäcke aus den Rettungswesten und Schlauchbooten zu fertigen: Bag2Work.

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Das sind robuste und wetterfeste Taschen, in denen die Flüchtlinge ihr Hab und Gut transportieren können. Mit einfachsten Methoden – nämlich lediglich mit einer Schere, einer Lochzange und ein paar Nieten fertigen die Niederländerinnen gemeinsam mit den Flüchtlingen und anderen freiwilligen Helfern Rucksäcke, die es sowohl optisch als auch qualitativ locker mit avantgardistischen Luxus-Taschen aufnehmen können. Die Bag2Work-Rucksäcke schlagen drei Fliegen mit einer Klappe: Dank des cleveren Upcyclings wird Müll beseitigt – die Tragegurte entstehen aus den Gurten der Rettungswesten, während das Gummi der Boote als Taschenmaterial dient. Zudem wird den Flüchtlingen nicht nur ein materieller Mehrwert, sondern die Möglichkeit geboten, selbst aktiv zu werden und miteinander zu kommunizieren – intelligenter kann Upcycling kaum sein. Unserer Meinung nach die It-Bag der Jahres!

Auf nomadmakers.org kann man die großartige Aktion mit Spendengeldern unterstützen und den Rucksack in verschiedenen Farben für je 98 Euro beziehen.

Fotos: Mit freundlicher Erlaubnis von Radio Free Europe Radio Liberty

Und hier geht’s zu einem weiteren tollen Social Business Projekt: Be Able – Design mit Behinderten & Flüchtlingen.