Glimpse Clothing – Love sells 

Fair Fashion von Glimpse Clothing
Das Stuttgarter Label Glimpse produziert schnörkellos schlichte Apparel in einer Nähwerkstatt in Indien mit ehemaligen Zwangsprostituierten. In Zusammenarbeit mit traumatisierten Frauen, die in ihren Heimatländern in Südost-Asien zwangsprostituiert wurden entstehen lässige T-Shirts, Longsleeves, Sweater und bequeme Kleider aus Biobaumwolle für Frauen & Männer. Es handelt sich in der Regel um junge Frauen, die im Teenageralter von ihren Eltern, die meist aus bettelarmen Verhältnissen kommen, an Männer verkauft werden, die diese Mädchen jedoch nicht heiraten, sondern an Bordellbesitzer weiterverkaufen. Dort werden sie oft jahrelang gefangen gehalten, geschlagen und gezwungen, im Akkord zu arbeiten. Mit viel Glück werden sie im Zuge von Razzien aus dieser brutalen Situation befreit.

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In der Nähwerkstatt lernen die Frauen zum ersten Mal, für sich und ihr Leben Verantwortung zu übernehmen
Nicht nur, dass die Mädchen für ihr Leben gezeichnet sind, sie verfügen meist auch über keinerlei Schulausbildung, können weder lesen noch schreiben und haben somit nicht die geringsten Chance auf dem Arbeitsmarkt. In der Chaiim-Werkstatt von Glimpse erhalten sie eine sechsmonatige Ausbildung zur Näherin. Dort bietet das humanitäre Modelabel den Frauen neben einem festen und sicheren Arbeitsplatz auch Mathe- und Englischunterricht, sowie Betreuung durch eine Sozialarbeiterin an. Die Sozialarbeiterin fungiert quasi als eine Art Life Coach, denn die Näherinnen ähneln eher Kindern als erwachsenen Frauen. Zum ersten Mal in ihrem Leben werden ihnen grundlegende Verhaltensweisen beigebracht, so lernen sie zum Beispiel, wie man sich wäscht, die Haare schneidet oder wie man seine Zeit organisiert. Ihnen wird beigebracht, für sich und ihr Leben Verantwortung zu übernehmen. Somit gibt das Werkstattprojekt den Mädchen nicht nur Geld, sondern auch Hoffnung, aus der wiederum der Antrieb resultiert, es im Leben zu etwas bringen und sich weiter entwickeln zu wollen.

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Glimpse gibt den ehemaligen Zwangsprostituierten nicht nur ihre Würde zurück, sondern auch eine neue Perspektive

Zu wissen, dass die von ihnen produzierten, gebügelten und von Hand verpackten Kleidungsstücke, von Menschen in Deutschland getragen werden, erfüllt die Näherinnen mit Stolz. Derzeit sind zwölf Frauen in der Werkstatt tätig und jede von ihnen hat einen individuellen Stempel. Die Stempelzeichen aller Mitarbeiterinnen, die Anteil an einem Kleidungsstück haben, sieht man im Imprint der Kleidungsstücke von Glimpse. So kann der Käufer am Ende sehen, welche der Näherinnen am Entstehen des jeweiligen Kleidungsstücks mitgewirkt hat. Mit diesem ebenso ungewöhnlichen wie nachahmenswerten Projekt versucht Glimpse die Öffentlichkeit auf das – leider noch relativ unbekannte – Thema aufmerksam zu machen und den ehemaligen Zwangsprostituierten nicht nur ihre Würde zurückzugeben, sondern auch eine Zukunftsperspektive. Ihr Credo: »Wir wollen Leute gut anziehen, damit sich andere nicht ausziehen müssen. Die Mission: «Love sells«.

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Das englische Wort Glimpse bedeutet übrigens Einblick. Wer mag, bekommt hier wunderbare Einblicke in den Arbeitsalltag der zwölf in Mumbai beschäftigten Frauen. Und hier könnt ihr die guten Stücke beziehen.

Fotos: PR

Und hier geht’s zu einem tollen Schmucklabel mit Social Impact: Article 22 – Fair Trade Schmuck aus Laos!