Detox Your Friendships – Warum es manchmal gut ist, Freunde auszusortieren

Detox Your Friendships – Warum es manchmal gut ist, Freunde auszusortieren

Detox everywhere: Wir detoxen unsere Haut, unseren Darm, unseren Kleiderschrank und unseren Smartphone Konsum. Doch ein Bereich, der sich messbar auf unsere Gesundheit und unsere Emotionen auswirkt, entgiften wir viel zu selten: Unsere Freunde. Warum du auf deine Intuition hören darfst und warum mit »giftigen Freundschaften« niemanden geholfen ist.

Wir Menschen sind soziale Wesen. Unsere Seele erfährt sich im Austausch und im Miteinander. Alleinsein ist toll und wichtig – zeitgleich brauchen wir Menschen um uns herum, die uns spiegeln, erden, herausfordern. In vielen, unabhängigen Studien wurde bewiesen, dass Freunde gut für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sind. Sie sind seelische Unterstützung, bieten uns einen Zufluchtsort, lassen uns wissen, dass wir gehört, geliebt, gesehen werden. Das stärkt unser Immunsystem – denn mehr Zuneigung und Zuspruch = weniger Stress. Auch unser Selbstwertgefühl wird gesteigert, insbesondere wenn wir uns in echt und Farbe treffen und unser Gegenüber ganz nah erleben.

Detox Your Friendships – Warum es manchmal gut ist, Freunde auszusortieren

Egomanie, Neider & Co. – Zeit Freundschaften zu detoxen

Ohne Frage. Jede*r von uns hat das Recht auf einen schlechten Tag. Denn jeden Tag heile, heile Gänslei und eitel Sonnenschein bringen uns nicht voran. Manchmal muss man auch gemeinsam im Schlamm wühlen, um den Kern eines Problems zu finden oder eine Wunde wieder ein bisschen zu heilen. So wie der Lotus, der blütenrein aus dem schlammigsten Schlamm erwächst. Wenn du aber das Gefühl hast, tief in dem Bauch, dass dir hier gerade ein Mensch gegenübersitzt, dem es nicht um eine Lösung geht, sondern nur darum, sich ewig in einem, zwei oder vielen Probleme wie im Schlamm zu wälzen – dann solltest du diese Person auf jeden Fall darauf aufmerksam machen. Schenke den Raum, die Sicherheit, sodass deine Freunde Sorgen, Ängste und Bedenken mit dir teilen können. Aber lass es nicht die Basis sein, auf der eure »Freundschaft« wächst und gedeiht. Damit kommen wir schon zu Detox-Fall Nr. 1 :

Die Aussauger-Menschen

Menschen dieser Art nutzen deine Präsenz, um all den Müll, die giftigen Emotionen, den Stress bei dir, wie auf einer Müllkippe, abzuladen. Dabei saugen sie dich aus, wie eine hungrige Mücke. Das kann mal okay sein – aber bitte in Balance. Es lohnt sich hier, wirklich auf deinen Körper zu hören, der ganz oft ein perfektes Messgerät ist. Bist du nach gemeinsamen Treffen auffällig müde? Hast du vordere Kopfschmerzen? Fühlst du dich wie benutzt?

Detox Your Friendships – Warum es manchmal gut ist, Freunde auszusortieren

Die »Ich – Ich – Ich« Freunde

Sie nutzen jedes deiner Probleme, jeden einzelnen Schmerz oder jede deiner Ängste, um diese als Startvorlage für ihre eigenen Angelegenheit zu nutzen. Klassiker: »Ich bin so traurig, ich bekomme es einfach nicht hin, einen normalen Nachmittag mit meiner Mutter zu verbringen.« »Oh, ich weiß GANZ genau, was du meinst: Also, ich und meine Mutter, wir reden seit drei Monaten nicht mehr miteinander…«. BlaBliBlub. Die persönlichen Erfahrungen sind eine wertvolle Ressource, um Menschen Hoffnung zu spenden oder »Vergleiche« bieten zu können, aber sie sind nicht der Freifahrtschein dafür, um in absolute Egomanie zu verfallen. Hast du am Ende eures Treffens überhaupt über deine Anliegen sprechen können? Weißt die Person persönliche Dinge über dich – oder kennst nur du alles über sie?

Die »Neider-Freunde«

Diese Menschen sind extrem manipulativ und giftig. Sie schieben vor, doch nur das Beste für dich zu wollen. Oft aus einem niedrigen Selbstwertgefühl und aus Eifersucht heraus. Sie setzen dir bei wichtigen Entscheidungen einen Floh ins Ohr und verhindern so, dass du dich weiterentwickelst und in deine Kraft kommst. Gab es bereits Momente, in denen du Entscheidungen bereut hast, bei denen du doch »gut beraten« wurdest?

Die »Gewohnheits-Freunde«

Das können sehr alte Freundschaften sein, zum Beispiel aus der Schule oder dem Kindergarten. Oder Menschen, die du aus der Uni oder dem Job kennst. Oft basieren sich schlichtweg auf Loyalitätsverstrickungen und Pflichterfüllung. Freut sich dein Herz über diese Begegnungen? Oder »nur« dein gutes Benehmen? Berühren dich diese Menschen? Kannst du etwas lernen und wirklich die Person vor ihnen sein, die du bist?

Detox Your Friendships – Warum es manchmal gut ist, Freunde auszusortieren

Drei Fragen, die du an deine Freundschaften stellen darfst

Manchmal sieht man die Wahrheiten vor lauter Lunches, Smileys und Verpflichtungen nicht. Wenn ich an den Punkt gelange, an dem ich mich in und mit einer Freundschaft nicht mehr wohl fühle, stelle ich mir meistens folgende Fragen:

Was gibt mir diese Freundschaft?
Wie würde es sich anfühlen, wenn Person X nicht mehr in meinem Leben wäre?
Fühle ich mich in irgendeiner Form verpflichtet? Und wenn ja, warum?

Für uns einzustehen und Freunde und Bekannte, die uns nicht guttun, aus unserem Leben zu detoxen, ist der größte Akt an Selbstliebe und Selbstwertschätzung, die du machen kannst. Denn du schenkst diesen Menschen Zeit – das kostbarste, was du in deinem Leben besitzt.

Manchmal beutetet Detox auch nur, mal eine ordentliche Pause zu machen und etwas Abstand zu gewinnen. Das kann oft der erste, wichtige Schritt sein. Ich wünsche dir von Herzen fruchtbare, nährende, wunderschöne Freundschaften, mit Höhen und Tiefen und genauso viel Wachstum.

 

Fotos: Jan Tinneberg/Unsplash, Ksenia Makagonova/Unsplash, Priscilla Du Preez/Unsplash, Jorge Flores/Unsplash

 

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