Gili Lankanfushi Malediven – Ein Eco Paradies zum Erden

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Die Malediven. Urlaubstraum zwischen Stelzenhäusern und Korallensterben. Ich habe mich auf die Reise gemacht, um im Gili Lankanfushi herauszufinden, wie ein luxuriöses Eco Resort seinen ökologischen Fußabdruck verringert und so die Meere schützt. Über die Entdeckung einer kleinen Insel und der Frage: Kann man überhaupt nachhaltig reisen?

Alles beginnt mit einem totalen Stromausfall am Hamburger Flughafen. 24 Stunden, bevor unsere Maschine in Richtung Malediven abhebt. Nicht, dass mich der selbst Flug nicht schon nervös macht. Hallo Team Flugangst! Das Chaos an den Countern vor dem Abflug bringt meinen Puls nochmal mehr auf Hochtouren. Als es in Dubai dann auch kurz den Anschein macht, unser Gepäck sei verloren gegangen, hätte ich fast heulen können. Einige Stunden später, als wir müde durch die Schiebetür zum Ausgang des Flughafens in Male gehen, werden wir freudig erwartet. Gili Lankanfushi prangt von einem süßen Schildchen. Der Name unseres Inselzuhauses und ebenso des Resorts, in dem wir die nächsten Tage verbringen. Koffer, letzter Reise-Kummer und wir auf einem kleinen Boot in Richtung einsame Insel. Und während ich so auf dem Tagesbett an Deck der kleinen Nussschale liege und eine frische Ingwerlimonade mit Papierstrohhalm trinke, pustet die salzige Meeresluft alle Sorgen fort. Als meine Zehen dann das erste Mal den weichen, warmen Sand der kleinen Insel im indischen Ozean fühlen, der meine Füße sanft streichelt – da macht mein Herz einen Sprung. Ich bin angekommen. »No News. No Shoes« lese ich auf einem Jutebeutel, in den wir unsere Schuhe legen dürfen, die wir später, wie durch Geisterhand, in unserer Villa wiederfinden. Keine Nachrichten. Keine Schuhe. Kein Zeitgefühl mehr ab dem Moment, in dem wir die Insel betreten.

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Gili Lankanfushi Maldiven – ein Öko auf Fernreise!  

Mit 46 Jahren ist die Malediven-Reise die dritte Fernreise meines Lebens. Ich gehe im Zero Waste Supermarkt einkaufen, gründete vor drei Jahren unser Eco Magazine, trage Fair Fashion, nutze Naturkosmetik und verbringe meine Ferien mit meinem Sohn die meiste Zeit klimaneutral an der Nordsee oder in Österreich. Die Diskussionen vorab waren groß. Und auch die Vorwürfe. Wie es denn möglich sei, sich so für Nachhaltigkeit einzusetzen und trotzdem um den halben Erdball zu fliegen? Ich verstehe diese Gedanken. Zumal die Deutschen 2017 so viele Fernreisen wie noch nie zuvor gemacht haben. Oft geht es unter dem Hashtag #travel darum, mit der Welt zu teilen, wo und vor allem wie oft Kontinent-Hopping betrieben wird. Heute hier, morgen dort. Innezuhalten, sparsam zu reisen und sich Highlights wie die Fernreise zum indischen Ozean »aufzuheben« kommt im Zeitalter von Billigfliegern und Airbnb nicht mehr in Frage.

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Zuhause in der Welt? Oder in der Welt Zuhause? 

Zeitgleich stelle ich mir die Frage: Wie erweitere ich meinen eigenen, kulturellen und geografischen Horizont, wenn ich die Sonne nicht auch an anderen Horizonten untergehen sehe? Schon Mark Twain sagte: »Man muss reisen, um zu lernen.« Lernen über Menschen, die Vegetation, das Essen, die Kulturgüter fremder Länder. Und im selbigen Atemzug auch über sich selbst.

So stehe ich jetzt hier, im Gili Lankanfushi. Einem weltweiten Top 5 Resort und dem besten Eco Resort der Malediven. Ich verkneife mir durchzurechnen, wie oft wir für den Preis zur Nordsee hätten nachhaltig reisen können. Denn immer wieder kreuzt das Word »magisch« meine Gedanken, obwohl ich als standfeste Realistin wenig für Märchenhaftes zu haben bin. Doch als wir barfuß von dem langen Holzsteg zu unserer Wasser-Villa gelangen und die Tür aufschließen, stockt mir erneut der Atem. Das Plätschern der Wellen an den Pfählen des Hauses, der Geruch von Holz, Meeressalz in der Luft und der Blick auf den endlosen Horizont machen mich ehrfürchtig. Ich habe mein Paradies zum Erden gefunden.

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Endlich, Erdung! 

Das Barfußlaufen erdet mich sofort. Wissenschaftlich sogar bewiesen, denn das elektromagnetische Feld der Erde bringt uns schnell wieder ins Gleichgewicht. Ich erde mich ebenso, weil ich mir hier vor Ort einen wirklich guten Überblick über die nachhaltige Arbeit des Resorts machen kann. Denn sich »erden« bedeutet für mich, sich wirklich bewusst mit den Themen auseinandersetzen, die unsere Erde tangieren. Ich habe schon zu viele Greenwashing-Versuche enttarnt, als dass nicht auch mein kritischer Geist bei dieser Reise mitschwingt. Wenn auch wirklich äußerst leise. Wir schnappen uns die hauseigenen Bambusfahrräder, mit denen wir die Insel unkompliziert und emissionsfrei erkunden und erhalten dabei einen Einblick zur nachhaltigen Arbeit des Resorts. Chefkoch Aldo vom Gili Lankanfushi zeigt uns den hauseigenen biologischen Garten, mit Kräutern, Gemüse und Salat, welche täglich frisch für alle Mahlzeiten gepflückt und genutzt werden. Jeden Tag genieße ich diesen Luxus vom Beet auf meinem Teller. Die anfallenden organischen Essensreste werden zu 100% recycelt und zu Humus verarbeitet wieder für die 130 Beete verwendet. Im ganzen Resort gibt es keine Plastikflaschen und -strohhalme oder Einwegverpackungen, im Gili Lankanfushi herrscht eine strickte »No Plastic Policy«. Das hauseigene, aufbereitete Trinkwasser wird frisch in wiederverwendbare Glasflaschen abgefüllt. Fällt doch einmal Glasmüll an, wird dieser fein zerkleinert und als Baumaterial verwendet. Die Villen und Pavillons bestehen aus nachhaltigen, regionalen Hölzern.

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Urlaub meets Umweltschutz 

Die erste Nacht schlafe ich wie ein kleines Schildkrötenbaby. Ich nehme morgens gleich an einem Workshop über Plastik in den Meeren teil. Ich sitze hier mit anderen Urlaubern. Menschen, die sich freiwillig und interessiert in ihrem Urlaub mit dem Thema Umweltschutz auseinandersetzen. Das berührt mich sehr. Es schärft auch das Bewusstsein dafür, dieses Paradies zu erhalten. Denn welcher Urlauber möchte an einem Strand liegen, wo man überall in Plastikflaschen tritt? Deswegen findet auf den Malediven gerade ein Umdenken statt. Jeden Tag wird der angeschwemmte Müll an den Stränden und in den Riffen, oft gemeinsam mit Gästen, gesammelt und an das Projekt »Parley for the Oceans« gespendet. Die Organisation stellt zum Beispiel Sonnenbrillen aus dem Plastikmüll her. Das zum Gili Lankanfushi zugehörige Meereszentrum Gili Veshi, in dem mehrere Meeresbiologinnen arbeiten, hat sich auch einem weiteren, wichtigen Thema zugeschrieben: Dem Korallenschutz. An einem Tag fahren wir mit dem Schiff raus. Von oben kann ich die abgestorbenen Korallen, die wie eine surreale Mondlandschaft aussehen, erahnen. Eine Träne kullert meine Wange hinab. Rund 50% der Korallen rund um die Malediven sind heute abgestorben. Umso größer ist die Freude, als ich in einem zweiten Workshop meine eigenen Korallen-Kette binden kann. Meine zittrigen Hände in Handschuhen knoten behutsam 50 kleine Korallenstücke in ein festes Tau. Meine Korallen-Kette trägt die Nummer 204. Alle drei Monate wird sie fotografiert und kontrolliert. Auch später, zurück Zuhause in Deutschland, kann ich meine kleinen Korallen beim Wachsen beobachten, da das Foto online alle drei Monate aktualisiert wird. Wenn sie kräftig genug sind, werden sie zwischen einem und drei Jahren ausgesiedelt und ins Riff gepflanzt. Jeder Gast kann sich am »Coral-Lines-Project« beteiligen. Und der Andrang ist groß! Das Projekt trägt maßgeblich zur Rehabilitation der Korallenriffe bei. Jedes Jahr werden so mehrere hundert Neu-Korallen sicher ins Riff verpflanzt. Ein nachhaltiges Konzept, um dieses Paradies zu renaturalisieren.

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Nachhaltig Reisen in allen Facetten

Ein Paradies zum Erden. Erdung erfahre ich hier auch in der Zwischenmenschlichkeit. Wir grüßen die Menschen im Restaurant genauso freundlich und vertraut, wie den barfüßigen General Manager des Resorts. Alle genießen diesen wunderbaren, einmalig magischen Ort. Und wollen ihn ebenso schützen. Ich spüre, dass man sich hier um den Lebensraum der Insel kümmert. Die Insel strahlt dabei so eine Ruhe aus. Keine lauten Geräusche, keine miesgelaunten Gäste. Keine Streitigkeiten. Das Gili Lankanfushi sagt, dass du als Gast kommst, als Freundin hier bist, und als Familie gehst. Was das bedeutet, fühle ich, als wir an unserem letzten Tag der auf dem Steg stehenden Hotelcrew wehmütig zuwinken. Nachhaltigkeit beschreibt laut Definition eine über längere Zeit anhaltende Wirkung. Das gilt für den Umweltschutz ebenso wie für jede Erinnerung, die wir im Herzen tragen dürfen. Wenn ich heute die Augen schließe, mir vorstelle, wie ich unter Palmen wandle, den Wellen im Restaurant lausche und später am Abend meiner Korallen-Kette gute Nacht sage, dann weiß ich, dass diese Momentaufnahmen ein Leben lang halten werden. Wäre diese Reise so nachhaltig und besonders für mich gewesen, wenn ich sie jedes Jahr gemacht hätte? Ich glaube nicht, dass es so wäre.

 

So wird das Reisen nachhaltiger: 

Mit gutem Gewissen: Die nachhaltige Agentur Green Pearls kuratiert ökologische Hotels, Ferienhäuser, Resorts und Restaurants auf der ganzen Welt.

Und Abflug: atmosfair betreibt mit Kompensation von entstandene Treibhausgase aktiv Klimaschutz. Sie fördert weltweit Projekte mit erneuerbaren Energien. Die Summe wird pro geflogenem Kilometer verrechnet.

Riffsicher: Mineralische Sonnencremes sind in der Regel unbedenklich für das Meer. Beim Packen auf die chemische Variante verzichten und zum Beispiel die mineralische Edelweiss Sonnencreme von Weleda mitnehmen.

 

Fotos: Florian Grill

Ihr möchtet noch mehr über Korallenschutz im Gili Lankanfushi Malediven erfahren? Dann geht es hier zu unserem Artikel: Korallensterben – keine Hoffnung für unsere Weltmeere?

Nachhaltig reisen? Da hätten wir noch ein paar Vorschläge:
Nachhaltig reisen: Surf & Yoga Eco Retreat in Portugal

Nachhaltig reisen – Slow Camping mit dem Van in Schweden

 


Peppermynta-Peppermint-Eco-Lifestyle-Gili-Lankanfushi-Malediven-Öko-Luxus-Resort-nachhaltig-reisen-emotion-slow-magazin-coverIn der aktuellen emotion slow, die ab dem 17. November erhältlich ist, entdeckt ihr nicht nur unseren Reisebericht von den Malediven –  ihr bekommt auch DIY-Inspiration und Eco Weihnachtsgeschenketipps von Marie Nasemann. Euch erwarten weitere Themen aus dem Bereich Lifestyle, Soulfood und Mindfulness sowie der Bericht über ein 42 Gängemenü und ein Fast Fashion Scan hinter dieKulissen von H&M in Kambodscha.