Korallensterben – keine Hoffnung für unsere Weltmeere?

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Vor einigen Wochen bin ich mit Green Pearls auf die Malediven geflogen. Malediven? Ist das nachhaltig? Ja – denn vor Ort habe ich mehr über das Korallensterben erfahren, was zum lokalen Korallenschutz beigetragen wird und wie luxuriöse Resorts ganz bodenständig ihren ökologischen Fußabdruck verringern und so die Meere schützen. 

Während ich diesen Text schreibe, beschleicht mich immer wieder ein merkwürdiges Wortspiel: K.O.-Ralle. Was klingt wie eine Goldkettchen tragende Kiezgröße aus den Achtzigern, ist ein sehr sinnbildliches Wortspiel für das, was in den Weltmeeren passiert. Die Korallen gehen K.O. – Knock-Out. Aus die Korallen-Maus, keine Chance mehr. Ich höre schon die ersten kritischen Stimmen: »Malediven und Nachhaltigkeit – pfff. Das ich nicht lache!«. Das kann ich verstehen – und zeitgleich möchte ich euch einige Dinge in diesem Artikel näher bringen. Das wäre nicht möglich, wenn ich sie nicht mit eigenen Augen gesehen und selbst mitgemacht hätte.

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Koralle für alle – warum die kleinen Tierchen so wichtig sind 

Korallen gehören zur Gruppe der Nesseltiere. Sie sind relevanter Teil des maritimen Ökosystems. Mehrere Korallen, also eine Korallengruppe, sind ein Riff. Riffe, oft über mehrere Jahrhunderte gewachsen, schützen die Inseln, brechen Wellen, lenken Stürme, beeinflussen die Strömung. Sie bieten einen vielseitigen Nahrungs- und Lebensraum für Fische, Muscheln, Krebse & Co. Und zeitgleich sind Korallen selbst sehr empfindliche Tiere. Neben der Filterung von Plankton, gehen sie symbiotische Verbindungen mit Algen ein, von denen sie sich ernähren. Diese Algen sind stark abhängig von der Wassertemperatur.

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Klimawandel, Hurricanes und Sonnencreme 

Es ist kein Geheimnis, dass die Wassertemperatur im Zuge des Klimawandels stetig ansteigt. Schon 0,5 Grad Unterschied können die Algen aus der Balance bringen. Sie stoßen Giftstoffe ab, die wiederum die Korallen dazu bringen, die Algen abzustoßen. Das Ergebnis: Keine Nahrung und tote Korallen. Rund um die Malediven gibt es hauptsächlich sogenannte Steinkorallen, die aufgrund von filtriertem Kalk eine Art Skelett bilden. Wenn die Algen absterben und den Korallen die Nahrung fehlt, verlieren sie ihre Farbe, ihr »Skelett« kommt zum Vorschein. Diesen Vorgang nennt man »Korallenbleiche«.

Die Korallenbleiche kann natürlich in der Natur auftreten, allerdings nur alle 20 bis 30 Jahre. In den letzten 20 Jahren jedoch gab alle 6 Jahren eine Bleiche – ein viel zu kurzer Zeitraum, damit sich die Korallen erholen könnten. Auch Naturkatastrophen wie Hurricanes bringen das Ökosystem durcheinander. Zuletzt 2016 »El Niño«.

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Unterschätzt und super wichtig: Die richtige Sonnencreme. Vor Ort wurde uns von Meeresbiologin Smrutica noch einmal bestätigt, dass synthetische Sunblocker von den Algen aufgenommen und an die Korallen weitergegeben wird. Sie können die Stoffe nicht abbauen und sterben ab. »Reef-Save«-Sonnencremes auf mineralischer Basis sind ein absolutes Muss und der erste, einfache Schritt zur Rettung der Korallen-Riffe.

Resorts to restore: Aktionen vor Ort 

Rund 50% der Korallen-Riffe rund um die Malediven herum sind heute abgestorben. Die Erderwärmung und unser nicht nachhaltiges Reise- bzw. Flugverhalten trägt unabdingbar dazu bei. Für mich war die Reise auf die Malediven mit fast 47 Jahren die dritte Fernreise meines Lebens. Ich finde den Artikel »Was darf man denn noch?« von Viertel Vor hier sehr passend: »Alles geht – und davon so wenig, wie möglich!«. Leider werden wir viele Menschen nicht davon abhalten können, solche Reisen zu machen. Wir können ihnen nur bewußt machen, was sie anrichten, wenn sie jede freie Minute in der Weltgeschichte herumfliegen. Und ja – der Tourismus ist auf Inseln wie Bali oder den Malediven essentieller Wirtschaftszweig. Zeitgleich ist ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen vor Ort untrennbar damit verbunden.

 

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Korallenketten und mehr: Wege zum Wiederaufbau der Riffe 

Auf meiner Reise besuchte ich zwei Resorts, die sich beide für den Korallenschutz sowie für den Wiederaufbau der Korallen einsetzen. Zuerst verbrachten ich traumhafte Tage im malerischen Resort Gili Lankanfushi. Ein unbeschreiblicher Ort! Ich spüre jetzt noch den weißen Sand unter meinen Füßen und höre die Wellen sanft unter unserem Haus auf Stelzen rauschen. Ein Paradies, das be- und geschützt werden muss.
Meine Hände sind etwas zittrig, als ich, immer schön gleichmäßig, die 50 Korallenfragmente in ein festes Tau knote. Dafür wurde vorher eine bereits bestehende Koralle entnommen und in viele kleine Stücke zerteilt. Ihre Fragmente werden dann in ein festes Tau mit einem Abstand so eingesetzt, dass sie genug Platz zum Wachsen haben. Meine Korallenkette, die ich mit den Meeresbiologinnen Emma und Clare vom Meereszentrum Gili Veshi in Kooperation mit dem Resort Gili Lankanfushi mit viel Liebe herstelle, trägt die Nummer 204. Auch später, zurück Zuhause in Deutschland, kann ich meine kleinen Korallen beim Wachsen beobachten. Alle drei Monate werden sie fotografiert und ein Foto online geteilt. Wenn sie kräftig genug sind, werden sie zwischen einem und drei Jahren ausgesiedelt und ins Riff gepflanzt. Jeder Gast kann sich am »Coral-Lines-Project« beteiligen, eine Patenschaft für 140 Dollar übernehmen und trägt maßgeblich zur Rehabilitation der Korallenriffe bei. Jedes Jahr werden so mehrere hundert Neu-Korallen sicher ins Riff gebracht.

 

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In dem zweiten Eco Resort, das wir besuchten, gibt es ebenfalls eine Methode zur Wiederaufforstung der Riffe. Das Reethi Faru legt seit der Bauphase des Resorts viel Wert auf den Korallenschutz und nutzt Metallkonstruktionen, um Korallen zu retten. Ein weiteres Ziel ist es, damit künstliche Riffe – »Reethi Garden« genannt – rund um die Insel zu erschaffen. Da in diesem Teil der Inselgruppe die Strömung zu stark für die Tau-Methode ist, wird dort mit pyramidenförmigen Metallkonstruktionen gearbeitet. Es werden aktuell rund 25 Pyramiden mit Korallen von Meeresbiologin Smrutica beforstet, die ebenfalls nach ein bis drei Jahren in die natürlichen Riffe ausgepflanzt werden. Die Überlebensrate der empfindlichen Tierchen liegt bei 75%, da es auch hier zu Temperaturschwankungen kommen kann. Die Korallen, die nicht ausgesiedelt werden, bleiben an den Metallkonstruktionen und bilden neue Riffe. Die künstlichen Riffe, die entstehen, fungieren wie eine Art Überlaufeffekt und können dem gesamten Riff-Gebiet helfen, sich zu erholen. Kleine Korallen-Schritte in die richtige Richtung.

 

 

Wie bei allen Reisen habe ich auch unsere Reise auf die Malediven mit Atmosfair ausgeglichen.

 

Fotos: Florian Grill

 


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GREEN PEARLS – Nachhaltige Reisen
Green Pearls ist eine Kommunikations- und Informationsplattform für nachhaltige, handverlesene und einzigartige Plätze weltweit. Das Team von Green Pearls hat sich auf nachhaltige Reisen spezialisiert und kuratiert immer wieder neu die schönsten, grünen Hideaways. Sie arbeiten eng mit Tourismusverbänden und Organisationen vor Ort zusammen und kennen alle Partner*innen persönlich. Über Green Pearls findet ihr garantiert euer nachhaltiges Traumhotel und verlebt einen unvergeßlichen Urlaub.

 

Ihr wollt noch mehr von unserer Reise auf die Malediven sehen? Dann geht es hier zu unseren Artikeln:
Reethi Faru Malediven – Ein Luxus Resort goes Eco 

Nachhaltig Reisen mit Green Pearls – Meine Packliste für die Malediven