Korallensterben – Wie kann man die Korallen noch retten?

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Klimawandel, Überfischung und Verschmutzung der Weltmeere machen den Korallenriffen weltweit zu schaffen. Steigt die Erderwärmung über 1,5 Grad an, gehen wohl auch die letzten Bestände K.O. Nach Angaben der Universität Bremen sind 30 Prozent aller Korallenriffe bereits verloren, 40 Prozent sind massiv bedroht. Kann das Korallensterben noch aufgehalten werden? Und was kann man jetzt tun?

Wir sind 2018 auf die Malediven geflogen und haben vor Ort mehr über das Korallensterben erfahren. Was zum lokalen Korallenschutz beigetragen wird und wie Eco Resorts ihren ökologischen Fußabdruck verringern und so die Meere schützen.

Während ich diesen Text schreibe, beschleicht mich immer wieder ein merkwürdiges Wortspiel: K.O.-Ralle. Was klingt wie eine Goldkettchen tragende Kiezgröße aus den Achtzigern, ist ein sehr sinnbildliches Wortspiel für das, was in den Weltmeeren passiert. Die Korallen gehen K.O. – Knock-Out. Aus die Korallen-Maus, keine Chance mehr. Was wir dort mit eigenen Augen gesehen haben, stimmte uns erstmal nicht gerade optimistisch.

Bedrohte Riffe – Korallensterben auf den Malediven

Korallensterben auf den Malediven – Wie kann man die Korallen noch retten? Bedrohte Riffe durch Klimawandel und Korallenbleiche. Tote Korallen, Korallenaufforstung. Korallenfreundliche Sonnencreme benutzen: reef save, coral friendly

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Intakte Korallenriffe – Warum sie auch für uns so wichtig sind

Korallen gehören zur Gruppe der Nesseltiere. Sie sind relevanter Teil des maritimen Ökosystems. Mehrere Korallen, also eine Korallengruppe, sind ein Riff. Riffe, oft über mehrere Jahrhunderte gewachsen, schützen die Inseln als Wellenbrecher, lenken Stürme, beeinflussen die Strömung. Nicht nur für Taucher und Schnorchler wäre es ein Disaster, wenn es ein weiteres Korallensterben gibt und auch noch die letzten intakten Korallenriffe verloren gingen, denn von ihnen hängen ganze Weltregionen ab. Sie bieten einen vielseitigen Nahrungs- und Lebensraum für Fische, Muscheln, Krebse & Co. Davon ernähren sich größere Fischarten, die wiederum bei uns auf dem Teller landen. Sterben die Korallen, bekommen das auch Millionen von Menschen zu spüren. 

Zeitgleich sind Korallen selbst sehr empfindliche Lebewesen. Neben der Filterung von Plankton, gehen sie symbiotische Verbindungen mit Algen ein, von denen sie sich ernähren. Diese Algen sind stark abhängig von der Wassertemperatur. Grund genug, sich diese faszinierenden Meerestiere einmal genauer anzuschauen.

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Korallenbleiche – Korallen leiden unter dem Klimawandel

Es ist kein Geheimnis, dass die Wassertemperatur im Zuge des Klimawandels stetig ansteigt. Schon 0,5 Grad Unterschied können die Algen aus der Balance bringen. Sie stoßen Giftstoffe ab, die wiederum die Korallen dazu bringen, die Algen abzustoßen. Das Ergebnis: Keine Nahrung und tote Korallen. Rund um die Malediven gibt es hauptsächlich sogenannte Steinkorallen, die aufgrund von filtriertem Kalk eine Art Skelett bilden. Wenn die Algen absterben und den Korallen die Nahrung fehlt, verlieren sie ihre Farbe, ihr Skelett kommt zum Vorschein. Diesen Vorgang nennt man Korallenbleiche.

Die Korallenbleiche kann natürlich in der Natur auftreten, allerdings nur alle 20 bis 30 Jahre. In den letzten 20 Jahren jedoch gab alle 6 Jahren eine Bleiche – ein viel zu kurzer Zeitraum, damit sich die Korallen erholen könnten. Auch Naturkatastrophen wie Hurricanes bringen das Ökosystem durcheinander. Zuletzt 2016 »El Niño«.

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Korallenfreundliche Sonnencreme – So schützt du die Korallen in deinem Urlaub

Unterschätzt und super wichtig: Eine korallenfreundliche Sonnencreme. Vor Ort wurde uns von Meeresbiologin Smrutica noch einmal bestätigt, dass synthetische Sunblocker von den Algen aufgenommen und an die Korallen weitergegeben wird. Sie können die Stoffe nicht abbauen und sterben ab. Reef-Save-Sonnencremes auf mineralischer Basis sind ein absolutes Muss und der erste, einfache Schritt zur Rettung der Korallen-Riffe. Tipp: Ihr möchtet in eurem Urlaub auf keinen Fall Korallen gefährden und sucht eine korallenfreundliche Sonnencreme? Hier geht es zu unserem Artikel: Naturkosmetik Sonnenschutz im Test – unsere TOP 10

Korallenaufforstung – Projekte und Aktionen vor Ort

Korallensterben auf den Malediven: Rund 50% der Korallen-Riffe rund um die Inseln herum sind schon abgestorben. Die Erderwärmung und unser nicht nachhaltiges Reise- bzw. Flugverhalten trägt unabdingbar dazu bei. Für mich war die Reise auf die Malediven damals mit fast 46 Jahren die dritte Fernreise meines Lebens. Mehr wurden es bisher auch nicht. Ich finde den Artikel »Was darf man denn noch?« von Viertel Vor hier sehr passend: »Alles geht – und davon so wenig, wie möglich!«. Leider werden wir viele Menschen nicht davon abhalten können, solche Reisen zu machen. Wir können ihnen nur bewußt machen, was sie anrichten, wenn sie jede freie Minute in der Weltgeschichte herumfliegen. Und ja – der Tourismus ist auf Inseln wie Bali oder den Malediven essentieller Wirtschaftszweig. Zeitgleich ist ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen vor Ort untrennbar damit verbunden.

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Korallenketten und mehr – Wege zum Wiederaufbau der Riffe

Auf unserer Reise besuchten wir zwei Resorts, die sich beide für den Korallenschutz sowie für den Wiederaufbau der Korallen einsetzen. Zuerst verbrachten wir traumhafte Tage im malerischen Resort Gili Lankanfushi. Ein unbeschreiblicher Ort! Ich spüre jetzt noch den weißen Sand unter meinen Füßen und höre die Wellen sanft unter unserem Haus auf Stelzen rauschen. Ein Paradies, das unbedingt geschützt werden muss.
50 Korallenfragmente habe ich – immer schön gleichmäßig – in ein festes Tau geknotet. Dafür wurde vorher eine bereits bestehende Koralle entnommen und in viele kleine Stücke zerteilt. Ihre Fragmente werden dann in ein festes Tau mit einem Abstand so eingesetzt, dass sie genug Platz zum Wachsen haben. Meine Korallenkette, die ich mit den Meeresbiologinnen Emma und Clare vom Meereszentrum Gili Veshi in Kooperation mit dem Resort Gili Lankanfushi mit viel Liebe herstellte, trägt die Nummer 204. Auch später, zurück Zuhause in Deutschland, konnte ich meine kleinen Korallen beim Wachsen beobachten. Alle drei Monate wurden sie fotografiert und ein Foto online geteilt. Hier könnt ihr die Fotos von meinen Korallen sehen. Sie werden zwischen einem und drei Jahren ausgesiedelt. Wir hoffen, sie waren kräftig genug und wurden mittlerweile ins Riff gepflanzt. Jeder Gast kann sich am Coral-Lines-Project gegen das Korallensterben beteiligen, eine Patenschaft übernehmen und trägt damit maßgeblich zur Rehabilitation der Korallenriffe bei. Jedes Jahr werden so mehrere hundert Neu-Korallen sicher ins Riff gebracht.

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In dem zweiten Eco Resort, das wir besuchten, gibt es ebenfalls eine Methode zur Wiederaufforstung der Riffe. Das Reethi Faru legt seit der Bauphase des Resorts viel Wert auf den Korallenschutz und nutzt Metallkonstruktionen, um Korallen zu retten. Ein weiteres Ziel ist es, damit künstliche Riffe – Reethi Garden genannt – rund um die Insel zu erschaffen. Da in diesem Teil der Inselgruppe die Strömung zu stark für die Tau-Methode ist, wird dort mit pyramidenförmigen Metallkonstruktionen gearbeitet. Es werden aktuell rund 25 Pyramiden mit Korallen von Meeresbiologin Smrutica beforstet, die ebenfalls nach ein bis drei Jahren in die natürlichen Riffe ausgepflanzt werden. Die Überlebensrate der empfindlichen Tierchen liegt bei 75%, da es auch hier zu Temperaturschwankungen kommen kann. Die Korallen, die nicht ausgesiedelt werden, bleiben an den Metallkonstruktionen und bilden neue Riffe. Die künstlichen Riffe, die entstehen, fungieren wie eine Art Überlaufeffekt und können dem gesamten Riff-Gebiet helfen, sich zu erholen. Kleine Korallen-Schritte in die richtige Richtung.

 

Wie bei allen Reisen habe ich auch unsere Reise auf die Malediven mit Atmosfair ausgeglichen.

 

 

Fotos: Florian Grill

 

 

Ihr wollt noch mehr von unserer Reise auf die Malediven sehen? Dann geht es hier zu unserem Artikel: Gili Lankanfushi Malediven – Ein Eco Paradies zum Erden