Verantwortung tragen – warum eine Stoffmaske nicht nur 5 Euro kosten darf

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Die Gesichtsmaske. Die Mund- und Nasenmaske. Kaum ein Kleidungsstück sorgt für so viel Diskussionsstoff wie die Behelfsmaske. Warum wir nicht nur an unsere Gesundheit denken dürfen, sondern in Sachen Maskenpflicht auch über Solidarität, Umweltschutz und faire Bezahlung sprechen müssen. Ein vielschichtiges Gedankenstück und viel Masken-Inspirationen.

Mein Lächeln ist extra breit. Die liebste Kassiererin mit der blauen Punkfrisur und ihrer Leo-Gesichtsmaske strahlt mich mit ihren Augen an. Ich packe meine Blaubeeren ein und bin glücklich. So habe ich mir das gedacht. Maske auf, Solidarität an, Corona aus. Ich gehe nach wie vor so wenig wie möglich einkaufen und fahre kaum mit den Öffis. Doch trotzdem ist die Gesichtsmaske jetzt ein Teil meines Alltags. Das ist in Ordnung. Ich glaube daran, dass, wenn wir alle konsequent eine Maske im öffentlichen Räumen tragen, dass wir uns vor Covid-19 schützen können. Für mich ist das Tragen einer Gesichtsmaske in der Corona-Krise weder ein Maulkorb, noch eine Verschwörung oder sonstiges. Also, an alle Aluhut-Träger*innen. Ciao – hier gibt es leider kein Futter für euch. Denn ich möchte nicht über das Masketragen an sich, sondern unseren Anspruch an dieses Kleidungsstück sprechen.

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Wir alle tragen Verantwortung

»What? 39 Euro? Das ist doch viel zu teuer.« Ich poltere rum, als Fenja mir von den Masken der Hamburgerin Lea Theres Lahr-Thiele von Staylight erzählt. Die Designerin näht die Mund- und Nasenmasken, die ihr hier auf den wunderschönen Bildern seht, in ihrem Atelier. Per Hand. Aus Vintage-Upcycling Stoffen. Individuell gefertigt und an den Kopf anpassbar. Ich hatte gerade erst in einem Laden bei uns ums Eck zwei Masken à 5 Euro gekauft. Passen tun sie leider nicht so wirklich. Zurückgeben geht aus Hygienegründen, selbstverständlich, nicht. Jetzt liegen sie rum.

»Lara, du trägst doch auch sonst nur Fair Fashion. Wie kannst du denn jetzt nur 5 Euro dafür zahlen wollen?«, fragt Fenja mich entsetzt. Ja – wieso mache ich das? Vielleicht, weil ich mir ganz tief im Herzen wünsche, dass der Spuk schnell vorbei ist? Vielleicht aber auch, weil ich gefühlt nach jedem Pups-Ausflug eine neue Maske brauche und sie nicht jedes Mal in den Backofen stecken will? Vielleicht aber auch, weil ich finde, dass eine Gesichtsmaske günstig und somit für alle bezahlbar sein sollte? Wobei ich mir eine Maske für 39 Euro leisten kann. Vielleicht nicht 10 davon, aber zwei bestimmt. Fragen über Fragen: Warum gibt es keine fairen Masken mit staatlicher Finanzierung? Und weshalb sollten kleine Fair Fashion Ateliers auf einmal nicht mehr kostendeckend arbeiten? Gerade in Zeiten wie diesen.

Gesichtsmaske pro Bono nähen für die Gesundheit?

Fakt ist: Viele Fair Fashion Labels bieten aktuell Behelfs-Masken an. Zu sehr günstigen Preisen. 9 Euro pro Maske zum Beispiel. Das ist eigentlich viel zu preiswert. Dafür bekommt man sonst vielleicht eine halbe faire Socke, wenn überhaupt. Ist das richtig? Große Fair Fashion Labels können sich diese pro bono Arbeit vielleicht erlauben. Doch was ist mit den kleinen Labels. Erwarten wir mit unserer Preisvorstellung, dass sie die Masken quasi »umsonst« anbieten?

Lea stellt ihre passgenauen Staylight Masken in Handarbeit in Hamburg her. Nachdem sie gesehen hatte, dass Menschen sich Binden ins Gesicht kleben, Zewatücher oder Schlafmasken als nutzen, wusste sie: Hier brauchen wir eine hochwertige und sichere Lösung! Die Upcycling-Stoffe, die sie verwendet, sind abgekocht und enthalten keinerlei giftige Stoffe. Das kann ich von meiner 5 Euro Maske nicht behaupten. Selbst nach dem Waschen riecht sie irgendwie noch chemisch. Gesund ist das bestimmt nicht.

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Mit Stoffmasken Müll vermeiden!

Ohne Frage – eine Stoffmaske ist definitiv besser als eine Einwegmaske. Die Masken liegen zuhauf traurig zertreten auf den Gehwegen und finden bereits jetzt ihr zweites Zuhause als verrottendes Stück Plastik in den Weltmeeren. Kaum auszudenken, wenn alle Menschen nur Einwegmasken benutzen würden. Berge an Müll! Das wollen wir doch vermeiden, oder?

Ich wünsche mir, dass gerade Menschen, die für das Thema faire Mode sensibilisiert sind, auch in Sachen Stoffmaske ihren Werten treu bleiben. Biologische Stoffe, faire Herstellung, keine Umweltbelastung. Und eine wertschätzende Bezahlung – für alle in der Herstellungskette!

P.S. Die Masken auf den Bildern sind von Lea Theres Lahr-Thiele von Staylight.

 

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Maskerade – weitere Labels und ihre Masken:

Was lieben wir neben fairer Mode noch? Genau – eine freie Meinung und eine unabhängige Wahl. Hier findest du weitere Labels, die wir mögen und die ebenfalls Gesichtsmasken anbieten. Die Preise und die Komplexität der Masken (Passgenauigkeit, Dicke, Stoffauswahl etc.) variieren.

1 ׀ Recolution* bietet schlichte Modelle, die sogar den Coolness-Check bei Fenjas Sohn geschafft haben.

2 ׀ Das deutsche Label Lovjoi*, das wir sehr mögen, hat auch eine eigene Maskenkollektion auf Lager.

3 ׀ Masken aus angenehm weichem Jersey-Stoff gibt es von Bleed*.

4 ׀ Schlichte schwarze Masken (auch vergünstigt im Set) kannst du bei Degree* erstehen.

5 ׀ Bei Bridge & Tunnel findet ihr neben Upcycling-Masken aus Reststoffen auch eine tolle DIY Nähanleitung.

6 ׀ Auch das Berliner Label Dzaino verkauft Behelfsmasken und du kannst dir Nähanleitungen für zwei verschiedene Masken-Modelle runterladen.

7 ׀ Besonders gute Laune bekommen wir von den Masken in verschiedenen afrikanischen Mustern von Khala Design. Pro verkaufter Maske werden 2 € an eine Initiative gespendet. Zusätzlich könnt ihr optional mit dem Kauf eurer Maske ebenfalls spenden.

8 ׀ Weitere, schöne Masken-Packs gibt es bei Sophia Schneider-Esleben.

9 ׀ Charle Berlin hat auch Kindermasken ( ab 4 Jahren) im Sortiment.

10 ׀ Muschuki hat in Zusammenarbeit mit mit Jacqueline Stolz von Spirits & Sparks einen Loop-Schal mit integriertem Nasendraht entwickelt – für alle, die keine Lust auf klassische Maske haben.

11 I Die N-Shirts sind ein Kunstprojekt aus Hamburg. Du kannst auf der Innenseite einen Filter einlegen und die Maske auch als Schlafmaske oder Coolpad benutzen.

Wie du eine Maske aus alten Stoffen selbst kreieren kannst, entdeckt du auch via Makerist.

 

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Initiativen – Maske und Verantwortung tragen:

1 ׀ Lea von Staylight gibt jede 10. Gesichtsmaske an Bedürftige. Oft spricht sich dazu einfach Menschen auf der Straße an und verschenkt ihre Masken.

2 ׀ Bei Jyoti kannst du im Shop direkt eine Spendenmaske für Menschen in Indien kaufen.

3 ׀ Goldeimer spendet 100% der Einnahmen aus dem Maskenverkauf an den Corona Nothilfefond der Welthungerhilfe.

4 ׀ Armedangels* spendet ebenfalls mit dem Maskenverkauf an Ärzte ohne Grenzen.

5 ׀ Unterschreibe bitte unbedingt die #LeaveNoOneBehind Petition auf change.org – zur Soforthilfe geflüchteter Menschen an den europäischen Außengrenzen. Dieses wichtige Statement kannst du auch mit einer roten Gesichtsmaske machen. Rote Masken gibt es zum Beispiel bei Ester Ollick.

 

Styling: Josephine Winter
Fotos: Sophie Daum
Design/Konzept: Lea Theres Lahr-Thiele

 

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