Schauspielerin Katrin Heß – Vegan leben? Gar nicht so schwer

Im Rahmen der Berlin Fashion Week haben wir Schauspielerin Katrin Heß auf dem Greenshowroom getroffen und spontan einen coolen Fair Fashion-Look für sie zusammengestellt. Wir haben sie gefragt, wie ihr Eindruck von der Modemesse für nachhaltige und ökologische Mode ist, warum sie sich bereits vor Jahren für einen veganen Lifestyle entschieden hat, welche Eco Labels es ihr besonders angetan haben und was sie sich von den Bundestagswahlen im Herbst verspricht.

 


Katrin Heß wears vegan only: Hier trägt die Schauspielerin und überzeugte Veganerin einen gemusterten Tellerrock mit Plisseefalten aus Viskose von Deborah Campbell, ein schwarzes Rundhals-T-Shirt aus einem Bambus-Biobaumwoll-Mix von By Signe. Die veganen Sandaletten sind von Beyond Skin. Die vegane Clutch von Matt & Nat sowie der Schmuck sind privat.

 

Katrin, schön dich hier zu treffen. Bist du zum ersten Mal auf dem Greenshowroom und der Ethical Fashion Show unterwegs?
Tatsächlich ist dies mein erstes Mal auf der Fashion Week. Da gilt sowohl für die traditionelle Fashion Week, als auch für den Greenshowroom und die Ethical Fashion Show.

Wie ist dein Eindruck?
Ich bin absolut begeistert! Meist assoziiert man ethisch korrekte Mode mit unförmigen Schnitten und Öko-Klamotten. Hier wird das Gegenteil bewiesen. Fair und nachhaltig kann trotzdem modern und stylisch sein.

Hast du Labels entdeckt, die dir besonders gefallen?
Zwei der Labels sind mir besonders aufgefallen: Das Label Beaumontorganic, das vor allem junge Mode für den alltäglichen Streetstyle bietet und Format, dessen Schnitte ausgefallener und trotzdem toll kombinierbar sind.

Du bist bereits seit über 2 Jahren Veganerin und verzichtest dementsprechend auch konsequent auf Leder und Produkte tierischen Ursprungs wie Seide und Wolle. Wie kam es zu der Entscheidung?
Die Umstellung zur veganen Lebensweise begann zunächst mit meiner Ernährung. Die Auseinandersetzung mit weiteren veganen Bereichen wie Kosmetik oder Mode war eine zwangsläufige Konsequenz. Wenn kein Tier für mein Essen sterben oder leiden soll, warum dann für meine Kleidung?! Die Abneigung gegen Pelz war schon früh selbstverständlich. Wie wohl für die meisten Menschen. Und dann tauchte als nächstes die Frage auf, worin der Unterschied zu Leder besteht. Für mich ist Leder einfach Pelz ohne Haare. Nach Pelz beschäftigte ich mich kritisch mit weiteren Materialien tierischen Ursprungs wie Leder, Wolle usw.

 

Wo findest du leckere vegane Rezepte?
Um mich inspirieren zu lassen, lese ich regelmäßig unterschiedlichste Blogs. Ich gehe aber auch gerne in die klassische Buchhandlung und schaue dort nach den neusten veganen Kochbüchern.

Hast du ein aktuelles Lieblings-Lebensmittel oder einen Geheimtipp, den du uns und unseren Lesern weiterempfehlen kannst?
Zu meinen Favoriten gehört definitiv selbstgemachter Kokosjoghurt aus Kokosmilch und probiotischen Bakterien. Super easy zu machen und wahnsinnig gesund. Außerdem liebe ich Mandelmus. Diesen Alleskönner setze ich als Brotbelag, für Dressings, Saucen oder auch einfach als Topping ein.

Viele Menschen würden gerne nachhaltiger leben und beispielsweise auf Fleisch verzichten, aber dann mangelt es am Ende oft an der nötigen Umsetzungskraft. Welchen Tipp kannst du Änderungswilligen geben?
Den meisten Menschen kann ich nur raten, es einfach zu versuchen und ohne Ängste loszulegen. Die Umstellung ist sehr viel einfacher, als die meisten glauben. Ich spreche aus Erfahrung. Denn ich bin von einem Tag auf den anderen vom Allesesser zur Veganerin geworden. Ausreden, dass es kompliziert, schwer umsetzbar und nicht alltagstauglich sei, lasse ich nicht mehr gelten.

Im vergangen Jahr hast du dich im Rahmen PETA-Kampagne »Nackt, damit Sie hinschauen« neben anderen Prominenten wie Inez Björg David komplett nackig gemacht. Was war deine Motivation, bei der Kampagne mitzuwirken und die Hüllen fallen zu lassen?
Ich wollte mich schon länger für das Thema und meine Überzeugung einsetzen. Da kam die Anfrage von PETA für eine Zusammenarbeit genau zum richtigen Zeitpunkt. Viele haben sich gefragt, warum ich für die Kampagne nackt sein musste, wo da der Zusammenhang besteht. Wenn man ehrlich ist, hätte ein Foto, auf dem ich beispielsweise bekleidet an einer Möhre kaue und neben einem Kaninchen sitze, wohl kaum die gleiche Aufmerksamkeit bekommen. Unser Ziel war es, möglichst viele Menschen zu erreichen und zur Auseinandersetzung mit der Thematik zu motivieren. Das haben wir geschafft.

 

Wie waren die Redaktionen im Freundeskreis und bei deinen Facebook-Fans?
Das Feedback war vermehrt positiv. Es gab nicht kaum kritische Stimmen, was mich selbst überrascht hat.

Achtest du eigentlich auch in anderen Lebensbereichen darauf, deinen ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten? Und wenn ja, in welchen?
Meine Sensibilität für das Thema hat sich allgemein verstärkt. Ich versuche besonders auf Plastik zu verzichten.

In welchen Bereichen würdest du dich gerne noch »bessern«?
Ich gehe unglaublich gerne schoppen. Dabei ist mein Kleiderschrank mehr als gefüllt. Ich weiß, dass ich damit dazu beitrage, mehr zu produzieren und langfristig mehr Müll, CO2 usw. zu verursachen. In diesem Bereich könnte ich mich definitiv verbessern.

Im Herbst sind Bundestagswahlen. Was würdest du dir von der neuen Regierung wünschen?
Nachhaltigkeit, der Umgang mit Nahrungsmitteln und unseren Ressourcen sowie die Haltung und Ausbeute von Tieren müssen ein zentrales Thema unserer Bildungspolitik werden. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, die sich über die Konsequenzen, die unser Verhalten auf nachfolgende Generationen sowie auf unsere Umwelt hat, noch viel zu wenig bewusst ist. Diese Aufklärung könnte bereits fester Bestandteil im Lehrplan sein. Wo kommt beispielsweise meine Einkaufstüte her, wie viele Menschen arbeiten dafür, welche Reise hat diese Tüte hinter sich und was passiert weiter mit ihr, wen ich sie in den Mülleimer werfe? Welche Alternativen zu meiner Plastiktüte gibt es? Darüber hinaus wünsche ich mir, dass Unternehmen, die auf faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit setzen, unterstützt werden und nicht dem Lobbyismus zum Opfer fallen.

Last but not least: Werden wir dich auch auf dem kommenden Greenshowroom wieder antreffen?
Definitiv ja! Ich bin gespannt, wie sich dieser Bereich der Fashion Week weiterentwickeln wird. Ich bin überzeugt, dass nachhaltige Mode ein wachsender Markt ist, der erst am Anfang steht. Das freut mich riesig.

Fotos: Katharina Oppertshäuser

 

Wir freuen uns schon sehr, Katrin Heß auf der kommenden Berlin Fashion Week zu treffen! Und hier geht’s zu unserem Fair Fashion Interview mit Bloggerin, Schauspielerin und Model Marie Nasemann.

 

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