Wunderwerk – 0,7 Liter Wasser für die sparsamste Eco Jeans der Welt

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Laut Heiko Wunder von wunderwerk gehört die Jeansproduktion zu den »schmutzigsten Textilherstellungsverfahren überhaupt«. Es braucht bis zu 160 Liter Wasser für die Waschung einer einzigen konventionellen Jeans und bis zu 1 kg pure Chemikalien für den gewünschten used-look. Dass das auch umweltfreundlich, sogar mit nur 0,7 Litern Wasser-Gebrauch anstatt Verbrauch geht, habe ich im Interview mit Heiko gelernt. 

Neben der Ölindustrie ist die Modeindustrie der zweitgrößte Umweltverschmutzer der Welt. In der Front-Row in Sachen Chemie-Cocktail und dreckige Abwasser sitzt definitiv die Jeans ganz weit vorne. Billig produziert, mit einem Haufen an Chemikalien wie Bleich- oder Färbemittel, werden durch die Jeans jährlich auf der ganzen Welt Gewässer, vor allem in Asien, vergiftet. Zweidrittel der Gewässer in China gelten bereits heute durch Chlor, Kaliumpermanganat und andere Umweltgifte als komplett toxisch.

Als ich an einem Montagnachmittag viel zu spät nach Hause hetze und mir 5 Minuten vor dem Telefoninterview mit Heiko, Gründer und Geschäftsführer von wunderwerk, noch ein Glas Leitungswasser gönnen möchte, ereilt mich plötzlich die perfekte Steilvorlage für diesen Artikel. Ich drehe den Hahn auf und: Kein Wasser! Nichts. Nicht ein Mini-Mini-Mini-Tropfen kullerte aus dem Hahn. Es stellte sich heraus, dass durch Bauarbeiten die Hauptwasserleitung in unserem Haus beschädigt wurde. Tja, klarer Fall von »isso«. Meine Situation war alles andere als lebensbedrohlich – aber sie ließ mich in diesem Moment wieder spüren, wie essentiell Wasser ist. Es ist eines der wichtigsten Güter unserer Welt. Wir bestehen zu 70% aus Wasser und können ohne Wasser nicht leben! Umso wichtiger ist es, dass wir bewusst mit dieser lebensnotwendigen Ressource umgehen. Im Alltag und vor allem in der Modewelt!

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wunderwerk – weniger Chemikalien, weniger Wasser, mehr gute Jeans 

Die Welt soll nicht unter unserem Kleidungsstil leiden. Das hat sich auch Heiko vor rund fünf Jahren zu Herzen genommen und sein Label wunderwerk gegründet. Heute steht die Marke für puristische, ehrliche Schnitte mit schönen Details und skandinavischen Einflüssen. Der Claim »more than organic« ist alles andere als Marketing-Blabla. »Es reicht uns nicht nur, nach bestimmten Anforderungen von Zertifizierungen zu produzieren oder »nur« Biobaumwolle zu verwenden – wir wollen mehr. Dinge neu denken und zeigen, dass es immer noch ein bisschen besser geht«, verrät mir Heiko. Ein wichtiger Punkt, der mich ebenso wieder zum Nachdenken bringt. Beispiel GOTS, der »Global Organic Textile Standard«. Ein wichtiges Leitbild für die die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. »GOTS ist eine tolle Organisation, unter der wir unsere Kleidung produzieren. Im gleichen Atemzug gibt es aber auch Anforderungen, die laut GOTS noch umweltfreundlich sind, für uns jedoch nicht in Frage kommen. So zum Beispiel die Verwendung von optischen Aufhellern oder recyceltem Polyester, die schwer wieder aus dem Wasser gereinigt werden können. Wir lehnen die Verwendung deshalb komplett ab«, erklärt Heiko.

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Zwei Gläser Wasser für eine perfekte Jeans   

Bis dato kam wunderwerk mit 3 bis 9 Litern Wasser pro Jeans aus. Ab diesem Winter ist wunderwerk der erste Hersteller weltweit, der weniger als einen Liter Wasser für die Waschung der Jeans benötigt. Das Label startet mit einer »rinse Waschung«, die der Jeans einen leicht gebrauchten Look verleiht. »Das ist ein Thema, über das ich wirklich gerne spreche und das bei Menschen immer wieder einen AHA-Effekt auslöst: Wir gebrauchen Wasser – und verbrauchen es nicht. Das bedeutet, dass das von uns genutzte Wasser danach wieder in den Kreislauf zurückgeführt und nicht verbraucht wird, indem es ungereinigt in Flüsse, Seen oder andere Gewässer gelangt«, so Heiko.

wunderwerk macht wirklich richtig gut Blau: Mit der innovativen Färbetechnik »mal tinto« (schlecht gefärbt), bei der die Jeans komplett in Einem mit einem besonderen Kaltfärbeverfahren gefärbt wird, spart das Label Farbe und Energie. Normalerweise geschieht das vor der Verarbeitung des Stoffes, sodass mehr gefärbt wird, als eigentlich benötigt wird. Zudem ist eine geringere Wassernutzung auch eine sofortige Energiesparmaßnahme – denn bei konventionellen Waschungen werden hunderte Liter Wasser auf 100 bis 150 Grad erhitzt. Ein enormer Stromverbrauch, der mit 0,7 Litern Wasser mehr als überschaubar ist.

Viel FAIRantwortung & alles andere als Jacke wie Hose  

wunderwerk wäscht den Großteil seiner Jeans in einer Wäscherei in Tunesien, mit der sie bereits seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Heiko kennt das Team vor Ort sehr gut und besucht die Lieferanten grundsätzlich 1-3 mal pro Jahr. »Wir wachsen gemeinsam – das geht auch deshalb, weil wir vielen unsere Partnerbetriebe unsere mit den Vorlieferanten entwickelten Stoffe oder Garne bereitstellen und nicht vorfinanzieren lassen. Das ist üblich in der Branche. Wir stellen zumeist unsere Materialien zur Verfügung und treiben kleine, lokale Unternehmen so nicht in den Ruin«, sagt mir Heiko. wunderwerk verpackt ihre Jeans außerdem nie in Polybeutel, sondern bindet sie bereits seit über drei Jahren für die Versendung einfach mit einem Organic-Baumwollbändchen zusammen. Organic – No Plastic – Fantastic. Die ebenfalls plastikfreien Knöpfe ihrer Jeans produziert wunderwerk in Deutschland und selbst das Taschenfutter besteht aus Biobaumwolle, die Labels der Hosen bestehen aus Baumwolle und nicht, wie sonst, aus Chrom-belastetem Leder oder aus Polyester. Immer einen Schritt weiter – damit wir noch vielen Schritte in unseren schönsten Jeans auf dieser wunderschönen Erde machen können!

 

Fotos: PR

 

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit wunderwerk entstanden, weil wir leider nicht nur von Wundern leben können. Noch nicht. Vielen Dank an Heiko für das tolle Gespräch, das Teilen deines Wissens und die Unterstützung.

 

Und hier geht es zu unserem wunderwerk Artikel: Wunderwerk – Smart Casual Wear made in Germany