Too Good To Go – Eine App, die Lebensmittel vor dem Müll rettet

Wie genau funktioniert eigentlich die App »Too Good To Go« und wie kann man überschüssige Lebensmittel aus der Gastronomie vor der Mülltonne bewahren? Manch einer wird das ausgefuchste Konzept des Berliner Startups bereits aus der Sendung »Höhle des Löwen« kennen. Wir wollen euch genauer erklären, was es mit der App auf sich hat und wie das ungewöhnliche Bestell-System funktioniert.

»Too Good To Go« ist eine App, die entweder im Appstore oder im Google Play Store zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Ortungsdienste anschalten und los geht’s! Sie zeigt euch an, welche Restaurants, Bäckereien, Sushi Läden, Hotels etc. in der Nähe eures Standorts Lebensmittel übrig haben. Ihr könnt sie online zu einem vergünstigten Preis bestellen und nach Feierabend dort abholen. So rettet ihr Lebensmittel, die ansonsten womöglich direkt in der Tonne gelandet wären. Wenn man bedenkt, wie viel Essen das tagtäglich ist, dann kann die App ganz schön viel bewegen. Aber dafür sind wir als User gefragt!

Leider gibt es noch nicht in allen Städten ein großes Netzwerk an Partnern, aber dieses soll zukünftig weiter ausgebaut werden. Momentan gibt es 5.000 Partner und 3 Millionen Nutzer, wodurch bislang 2,7 Millionen (!) Mahlzeiten vor der Tonne bewahrt werden konnten. Bisher gibt es die App in der Schweiz, in Norwegen, in den Niederlanden, in Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Belgien. Ich freue mich schon auf weitere tolle Anlaufstellen in meiner Heimatstadt Heidelberg, denn ich möchte auch gerne einen Teil dazu beitragen und Lebensmittel vor dem Mülleimer retten. Außerdem bin ich ein fauler Kochlöffel-Schwinger und besonders froh darüber, dass es endlich die Möglichkeit gibt, Take Away-Gerichte vergünstigt zu ergattern und dabei gleichzeitig etwas Gutes zu tun!

Manche stellen sich bestimmt die Frage nach dem Verpackungsmüll, der durch das Konzept entsteht aber auch darauf haben die Macher von »Too Good To Go« eine Antwort. Denn viele Partner bieten an, dass Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen können, um die Lebensmittel zu transportieren. Außerdem kommen teilweise biologisch abbaubare Verpackungen, die aus Bagasse (Zuckerrohr-Pflanzenresten) hergestellt werden, zum Einsatz. Leider lässt sich das aber nicht mit allen Gastro-Unternehmen einheitlich durchsetzen, deswegen kann es natürlich auch sein, dass Verpackungsmüll entsteht. Damit das aber in geringem Maße passiert und in der Zukunft komplett vermieden werden kann, sind die Macher der App bereits am tüfteln. Wir sind gespannt!

Too Good To Go – Zero Waste statt Lebensmittel für die Tonne

Es gibt aber auch Fragen, die hinsichtlich des Konzepts aufkommen. Woher wissen Gastro-Unternehmen, wie viel am Ende eines Arbeitstags tatsächlich über ist? Wie lässt sich das einkalkulieren und mit der Nachfrage der App-Nutzer vereinbaren? Bei meiner Recherche bin ich häufig auf Erfahrungsberichte gestoßen, in denen geschildert wurde, dass mittags bestellt wurde, abends abgeholt werden wollte, aber da schlichtweg nichts mehr zu holen war. Eigentlich ja super, weil nichts in den Mülleimer wandern muss aber trotzdem ärgerlich, wenn man den Weg zum Restaurant auf sich nimmt und sich auf eine leckere Take Away-Mahlzeit freut. Infolgedessen entsteht das Problem, dass Gastro-Betriebe, die Partner des Startups sind und Einkäufe über die App annehmen, abends Reste übrig haben müssen. Denn wie kalkuliert man als Unternehmen wie viel in den nächsten Stunden verkauft wird? Genau aus diesem Grund wird in der App erklärt, dass Lebensmittel übrig bleiben können (!), aber nicht müssen und die Überschüsse dementsprechend von Tag zu Tag variieren. Das bedeutet, dass man rechtzeitig planen, zeitig bestellen und pünktlich abholen sollte. So kann der Betrieb besser kalkulieren und rechtzeitig Bescheid geben, falls keine Reste mehr übrig sind – so spart ihr euch den Weg umsonst. Klickt euch doch selbst mal bei  »Too Good To Go« rein und findet raus, was eure Heimatstadt so zu bieten hat und lasst es mal auf einen Versuch ankommen!

Fotos: PR

 

Und hier geht’s zu unserem Artikel: Zero Waste: Plastikfrei einkaufen – die besten Online Shops.