Blue Ben – der erste Sweater der Welt, der Wasser spart

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Ali Azimi gründet mit seinem eigenen Label Blue Ben das weltweit erste Modelabel, das Wasser gibt statt nur zu nehmen. Wie das funktioniert, warum wir auf Baumwolle verzichten können und was ihr über den Wasserverbrauch der Textilindustrie wissen müsst, lest ihr hier. 

Wasser ist wichtiger als Bekleidung! Deshalb hat Blue Ben einem kompostierbaren Sweater entworfen, der 90% weniger Wasser verbraucht als ein Baumwoll-Pullover. Trotz Fair Fashion ist das Bewusstsein über den Wasserverbrauch in der Modeindustrie noch ziemlich lau. Je nach Baumwollart braucht die Pflanze zum Gedeihen zwischen 7.000 und 29.000 Liter Wasser pro Kilo. Für die Produktion eines Baumwoll-Sweater, für den man circa 400g Baumwolle benötigt, werden so bis zu 8.000 Liter verbraucht. Zudem verschmutzt die Produktion umliegende Flüsse und Gewässer mit Färbemitteln, Chemikalien und Pestiziden. Wichtige Trinkwasserressourcen werden so tagtäglich verschwendet und verschmutzt.

Ali Azimi, Gründer von Blue Ben, arbeitete bei Zara, bevor er der schnell drehenden Modewelt den Rücken zukehrte. Zara ist Teil der Inditex Group, einer der größten Textilhersteller der Welt. Und Paradebeispiel für umweltschädliche Fast-Fashion-Mode und deren Herstellung. Die Modeindustrie gehört nach der Öl-Produktion zu den größten Wasserverschmutzern der Welt – not so trendy!

Laut des neuen UNESO Weltwasserberichts leben schon heute 3,6 Milliarden Menschen und damit fast die die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. Bis 2050 sollen es, wenn sich nichts an der aktuellen Ressourcenverschwendung ändert, rund 5,7 Milliarden Menschen weltweit betroffen sein.

Ali reiste um die halbe Welt, um einen wasserschonenden Stoff zu entwickeln, der die Herstellung von Textilien revolutionieren soll. Sein Anspruch: Komplett auf künstliche Bewässerung, Baumwolle, Kunststoffe, lange Transportwege und Lohndumping verzichten. Zudem sollte die Produktion von Rohstoff bis Endprodukt in Europa bleiben.

Blue Ben produziert nahezu wasserneutral

Das Ergebnis? Mit der ersten Sweater-Kollektion »Bangladesch« startet Blue Ben erstmals mit einem Material, das nahezu wasserneutral produzierbar ist. Der Stoff ist ein Modal-Hanf Gewebe, das komplett aus Europa stammt und basierend auf den Recherchen von Ali und seinem Team eigens in Portugal entwickelt wird. Ein Pullover verbraucht in der Herstellung nur noch rund 340 Liter Wasser – das sind 90% weniger als bei der herkömmlichen Produktion.

Wasser sparen und Wasser spenden? 10% der Kollektionsverkäufe spendet Blue Ben in Zusammenarbeit mit der NGO »Drip by Drip«, unter der das Label gelauncht wurde, an wasserfördernde Projekte in Bangladesch, um Menschen in Trinkwasser-armen Regionen zu helfen.

Die wasserschonende Kollektion besteht aus drei Unisex Pullovern, die aktuell über eine Crowdfunding-Kampagne bestellt werden können (ich finde das blaue Modell super cool). Schnell mitmachen & unterstützen!

 

Fotos: Benedikt Fuhrmann, Jonas Nellissen

 

Und hier geht es zu einem weiteren inspirierendem Label: Wråd – Radical Slow Fashion