Fashion Revolution Week 2019 – Unser Fair Fashion Shooting Vol. 1

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Charlotte Weise trägt Fair Fashion von Vanilla Sand

Die Fashion Revolution Week. Sieben Tage, um konventioneller Mode den fairen Kampf anzusagen und Fast Fashion Unternehmen unter dem Hashtag #whomademyclothes auf den Zahn zu fühlen. Doch wir wollen nicht nur mit dem Finger auf Brands zeigen. Wir wollen euch vor allem die wunderbare Vielfalt von Fair Fashion nahe bringen. Denn ganz ehrlich: Es gibt keinen Grund mehr, Fast Fashion zu kaufen!

In unserem Fashion Revolution Week Shooting mit der Hamburger Fotografin Julia Stübner zeigen wir euch nicht nur die schicksten Teile der Saison, sondern auch die Menschen, die für faire Mode einstehen. In unserem ersten Fashion Revolution Week Shooting starten wir mit fünf großartigen Frauen. In Wort und Bild, denn jede dieser Frauen hat viel zum Thema Fair Fashion zu sagen. Stay tuned: Es folgen noch zwei weitere, großartige Fashion Revolution Week Shootings in dieser Woche.

 

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Charlotte Weise trägt Fair Fashion von Vanilla Sand

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Charlotte Weise trägt Fair Fashion von Vanilla Sand

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Charlotte Weise trägt Fair Fashion von Vanilla Sand

Den Anfang macht die Hamburgerin Charlotte Weise. Die vegan lebende Selflove-Aktivistin hat einen wahren Instagram-Tanz-Hype eingeläutet und macht Veganismus, gesunde Ernährung, faire Mode und Naturkosmetik für eine breite Zielgruppe greifbar.

Charlotte in einem handgemachten Highwaist-Rock aus Bio-Baumwolle von Vanilla Sand, 62 Euro. Badeanzug mit Zitronen-Print aus recyceltem Plastik von Vanilla Sand, 70 Euro. Handgestrickter Cardigan im Oversized-Look, aus Mohair und Wolle von Maiami, 495 Euro. Handgemachte Kette aus Messing mit Anhänger aus Fairtrade-Keramikperlen und Hornplättchen von Hiitu, 95 Euro. Creolen-Ohrringe aus Messing und in einer kenianischen Manufaktur gefertigt von Folkdays, 79 Euro.

Selflove und Fair Fashion – wie stehen die beiden Dinge für dich in Beziehung zueinander?
Wenn Näher*innen liebevoll behandelt werden und ich sicher sein kann, dass an meinem Kleidungsstück kein »Blut« klebt, kann  ich mich in meinen Klamotten wirklich wohlfühlen.

Welche Fragen zum Thema Fair Fashion begegnen dir aus deiner Community und welche Tipps gibst du?
Ich werde sehr oft nach Fair Fashion Labels gefragt, die Hippie Kleider herstellen. Darauf antworte ich: Christy Dawn, Dôen, Abask Clothing, The Reformation und so viele mehr!

Was ist dein aktuelles, liebstes Fair Fashion Teil und warum?
Ein rotes langes Vintagekleid von Kleiderkreisel. Es sitzt perfekt, ist super bequem und ich werde andauernd gefragt woher ich es habe. Es hat nur 28 Euro gekostet.

Glaubst du an die Macht von Konsument*innen über ihre Kaufentscheidungen? Und wenn ja, warum?
Auf jeden Fall. Wenn alle Menschen aufhören würden jeden Monat Ware bei Zara und Co. zu kaufen, würde es Zara nicht mehr gut gehen und entweder würden sie dann ihre Arbeitsbedingungen und Co. überarbeiten oder die Geschäfte würden schließen. Und umso mehr Menschen Second Hand und faire Labels unterstützen, desto mehr wird es davon geben und den Näher*innen geht es somit besser, genau wie der Umwelt. Generell ist es am besten so wenig wie möglich shoppen zu gehen. Das Geld sollte man lieber für gutes Essen ausgeben, da wir aus Essen bestehen und alle gesund bleiben möchten.

Dance & be happy! In welcher Kleidung tanzt du am liebsten und in welchem Outfit fühlst du dich am wohlsten?
In Kleidern und Röcken. Die sind schön und bequem. Bis ich Felix kennen gelernt habe, hatte ich keine einzige Hose. Am liebsten trage ich Leggins. Die aktuelle Leo-Leggins von Mandala Yogawear liebe ich am meisten.

 

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Wiebke Kaiser von Sloris trägt Recolution, Merijula x Soulsister und Vanilla Sand


Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Wiebke Kaiser von Sloris trägt Recolution, Merijula x Soulsister und Vanilla Sand

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Wiebke Kaiser von Sloris trägt Recolution, Merijula x Soulsister und Vanilla Sand

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Wiebke Kaiser von Sloris trägt Recolution, Merijula x Soulsister und Vanilla Sand

Weiter geht es mit Wiebke Kaiser aka Sloris. Die Slow-Fashion-Expertin arbeitet für ein faires Mode-Label und gibt viele, gute und anwendbare Tipps rund um einen minimalistischen und nachhaltigen Lifestyle.

Wiebke trägt einen kurzen Rock aus Tencel mit Gürtelband in Navyblau von Recolution, 89,90 Euro. Lässiges T-Shirt aus 100% Bio-Baumwolle, leicht tailliert und mit »Find Your Soul«-Schriftzug von Merijula x Soul Sister, 14,98 Euro. Rostfarbener, klassischer Trenchcoat aus Bio-Baumwolle und Knöpfen aus recyceltem Papier von Lana Organics, 259,90 Euro. Handgefertigte Tasche aus Rattan von Vanilla Sand, 82 Euro. In Peru handgemachter Armreif aus vergoldetem Messing von Folkdays, 99 Euro. Schlichtes Armband aus recyceltem Silber von Macimo, 49 Euro. Schmales Armband aus vergoldetem, recyceltem Silber von Macimo, 59 Euro. Vergoldete Kette aus recyceltem Silber mit Anhänger von Macimo, 129 Euro. Creolen aus Messing, in Indien handgefertigt, von Jyoti, 24 Euro.

Du hast gerade erst eine Kleider-Challenge gemacht, in der du nur rund 40 Teile benutzen durftest. Wie hat sich das angefühlt? Was hast du gelernt?
Ich weiß nun definitiv, dass ich keine Minimalistin bin – und dass ich fast alle Teile aus meinem Kleiderschrank, auch wenn es mehr als 40 sind, gerne trage: An die meisten habe ich während der Challenge mindestens ein Mal gedacht und mich darauf gefreut, bald wieder mehr Auswahl in der Garderobe zu haben.
Bei nachhaltigem Konsum geht es ja auch nicht zwangsweise darum, möglichst wenig zu besitzen – sondern sich einfach bewusst darüber zu sein, was man schon im Kleiderschrank hat, was man gerne trägt und wieso – und was eventuell eine gute Ergänzung darstellen könnte. Das hat mir die Challenge noch einmal sehr gut vor Augen gebracht. Und jetzt freu ich mich auf meine Sommergarderobe!

Du selbst arbeitest für ein Fair Fashion Label – wie hat sich dein Blick auf die Modewelt seitdem verändert?
Seitdem ich live miterlebe, wie viel Arbeit in jedes einzelne Kleidungsstück fließt und wie viele Steps nötig sind, bevor es im (Online-) Store landet, habe ich eine noch größere Wertschätzung für meine Kleidungsstücke entwickelt – und gleichzeitig eine noch größere Abneigung für die Mechanismen von Fast Fashion. Denn wer so schnell produziert, macht dies auf Kosten aller Beteiligten Menschen – vom Designer, dessen Styles dreist von Fast Fashion Ketten kopiert werden über die Menschen, die die Kleidung nähen bis zu den Käufern, die die mit Chemikalien versetzten Styles auf ihrer Haut tragen. Wir müssen dringend das Tempo unseres Lifestyles herunterfahren – und das nicht nur im Bezug auf den Modekonsum. Ein T-Shirt darf nicht günstiger sein als ein Coffee to Go – und ganz ehrlich, kann man sich für so einen Kaffee nicht auch einfach mal kurz hinsetzen?

Was willst du der Fast Fashion Industrie heute sagen?
Obwohl ich glaube, dass es wichtig ist, auch in den Diskurs mit der Fast Fashion Industrie zu gehen, würde ich viel lieber mit der Politik sprechen. Denn sie hat es in der Hand, endlich ein Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht durchzusetzen, das die Umsetzung von Menschenrechten in der gesamten Lieferkette vorsieht. Existenzsichernde Löhne sollten schließlich selbstverständlich sein – genau wie Strafen für Menschenrechtsverletzungen!
Aber auch über die Politik hinaus muss von allen Seiten ein radikales und unmittelbares Umdenken geschehen. Konsumenten müssen bewusster leben, ihr Wissen mit so vielen Menschen wie möglich teilen und Druck auf die Fast Fashion Akteure ausüben. Was ich die Fast Fashion Industrie also fragen würde: #whomademyclothes?!

 

 

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Lara Keuten, Redaktionsleiterin bei Peppermynta, trägt Fair Fashion von Hessnatur

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Lara Keuten, Redaktionsleiterin bei Peppermynta, trägt Fair Fashion von Hessnatur

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Lara Keuten, Redaktionsleiterin bei Peppermynta, trägt Fair Fashion von Hessnatur

Ein vertrautes Gesicht? Lara Keuthen ist die Redaktionsleiterin von Peppermynta und setzt sich mit vollem Herzen für Feminismus, Menschenrechte und den Schutz der Erde ein. Gemeinsam mit Chefredakteurin Fenja Kramer ist sie das »Duo InFAIRnale«, welches das Wirken von Unternehmen und Konzerne stetig im Blick hat und Dinge oft kritisch hinterfragt. Nicht nur in der Mode. 

Lara rockt ihre Jeans-Culotte mit Bindegürtel von Hessnatur aus reiner Bio-Baumwolle, ökologisch vorgewaschen und nachhaltig in Mazedonien hergestellt, 119 Euro. Hibiskusfarbenes Sweatshirt von Hessnatur aus einem veganen Materialmix (Leinen und Bio-Baumwolle), nachhaltig in Litauen produziert, aktuell im Sale für 49,95 Euro. Himmelblaue Tasche aus chromfrei gegerbtem Leder von Hessnatur, 179 Euro. Plateau-Sandalette mit Fransen in Navyblau und aus chromfrei gegerbtem Leder von Hessnatur, 159 Euro. Filigrane Ohrringe in Augen-Form aus vergoldetem Silber und Messing, von Folkdays, 109 Euro. Sonnenbrille in mattem Schwarz, ressourcenschonend und fair produziert von Neubau, 179 Euro. Schwarzes Brillenband mit bunten Zierkugeln, von Hiitu, 33 Euro.

Was ist dein aktuelles Fair Fashion Lieblingsteil und warum?
Aktuell trage ich ziemlich oft meine Leo-Leggings aus recyceltem Polyester von Onzie – ein tolles Eco Yogawear Label und das perfekte Basic, wenn ich mal wieder einen Tag am Schreibtisch schiebe. Mein absoluter Liebling im Moment ist mein neuer Wanderrucksack von Wayks. Das Berliner Fair Fashion Label hat einen multifunktionalen Rucksack entwickelt, der wie ein Koffer gepackt werden kann. Echt cool!

Women support women – was denkst du darüber in Anbetracht von Fair Fashion?
Die Fast Fashion Industrie basiert vor allem auf einem: Der Ausbeutung von Menschen – und leider von sehr vielen Frauen, weil sie meistens in den Fabriken als Näherinnen arbeiten. Aber auch in der Landwirtschaft gibt es viele Frauen, die ausgebeutet werden. Ich bezeichne mich selbst als Feministin und sehe in meinem konsequenten Tragen und Konsumieren von Fair Fashion einen feministischen Akt. Jede Feministin sollte Fair Fashion kaufen! Denn durch faire Löhne können auch faire Arbeitsbedingungen geschaffen werden. So, dass keine Frau auf dieser Welt durch die Modeindustrie in Sklaverei leben und arbeiten muss.

Was hast du in deiner Zeit bei Peppermynta über Fair Fashion gelernt?
Ich bin jetzt seit über zwei Jahren dabei und in Sachen fairer Mode habe ich vor allem gelernt, dass es so viel mehr Arbeit bedeutet als konventionelle Mode. Ein Kleidungsstück durchläuft so viele Produktionsschritte. Von der Ernte, über die Spinnerei, das Färben, Nähen, Ausliefern. Ich ziehe meinen Fair Fashion Hut vor allen Männern und Frauen, die sich getraut haben, ein faires Fashion Label ins Leben zu rufen. Leider fehlt bei vielen Konsument*innen immer noch eine Sensibilisierung dafür, was die Kleidung, die wir tragen, wirklich wert ist. Zudem habe ich so viele Labels persönlich kennenlernen dürfen. Einen persönlichen, menschlichen Bezug, ganz im Sinne von #whomademyclothes, zu erhalten, hat meine Standfestigkeit fairer Mode gegenüber definitiv gestärkt.

 

 

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Sarah Runge von Merijula trägt Fair Fashion von Lovjoi, Dzaino und King Louie

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Sarah Runge von Merijula trägt Fair Fashion von Lovjoi, Dzaino, Hiitu und King Louie

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Sarah Runge von Merijula trägt Fair Fashion von Lovjoi, Dzaino, Hiitu und King Louie

Diese wundervolle Frau ist Sarah Runge, Gründerin des Hamburger Fair Fashion Labels Merijula, das easy Streetwear Basics und tolle Teile für Surf- und Outdoorliebhaber entwickelt hat. Wenn Sarah nicht neue Designs entwickelt, modelt und schauspielert sie. Was du an diesen wunderschönen Fotos kaum verkennen kannst. 

Sarah strahlt in einem Hoodie in aus Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester, Aufdruck in handarbeit aufgetragen und mit ökologischer Wasserfarbe von Merijula, 69,95 Euro. Schwarze Culotte aus weichem Tencel von Lovjoi, 129 Euro. Leichte Kurzarm-Bluse aus Viskose mit liebevoller Folklore-Stickerei von King Louie, 69,95 Euro. Tasche vom Berliner Upcycling-Studio Dzaino, aus alten Jeans hergestellt, 69 Euro. Vegane Fair Trade Sneaker aus Canvas von Ethletic, 99,90 Euro. Auf Bali handgefertigte Ringe von Travel Tales Jewelry, ab 29 Euro. Oversized-Sonnenbrille in Rosé, ressourcenschonend und fair produziert von Neubau, 179 Euro. Das bronzefarbene Brillenband mit bunten Kugeln von Hiitu, 29 Euro.

Wann war für dich klar, dass du faire Mode kreieren und produzieren willst?
2013. Eine gemeinsame Entscheidung von Julian und mir, dass wenn wir dieses Herzensprojekt durchziehen, es nur auf fairer Basis umsetzen. Wir waren komplette Anfänger in der Branche und mussten erst einmal reinkommen.. Nach ein paar Fehltritten, sind wir auf einem guten Weg.

Was sind die Herausforderungen für ein faires Modelabel?
Definitiv die Kostenkalkulation. Es ist easy in Asien billig produzierte Ware zu bekommen und eine hohe Marge zu erreichen. Als faires und nachhaltiges Label jedoch muss man draufzahlen und sich doppelt absichern und sich gegebenenfalls auch noch rechtfertigen. Ich bin allerdings trotz allem sehr froh, dass wir diesen Weg genommen haben. Alles Andere passt auch gar nicht zur Philosophie von Merijula. Und mittlerweile ist man ja schon eher »uncool«, wenn man »nicht« fair ist, oder zumindest umdenkt.

Was wünschst du dir für die Mode-Industrie?
Ich glaube es hat sich viel getan in den letzten Jahren und die Aufmerksamkeit für Missstände und Innovationen ist groß. Ich wünsche mir dass diese Welle sich global immer mehr verbreitet und die Wege und Transparenz für einfache und faire Lösungsansätze wächst. Aber wir verfolgen ja auch einen pädagogischen Aspekt. Mehr Charakter, mehr Botschaft und Aufklärung gehören heutzutage zu einer Brand. Wir haben eine Vorbildfunktion. Deshalb ist auch Marketing in unseren Zeiten ein so wichtiges Thema.

Welche Menschen kaufen bei euch ein? Müsst ihr noch viel Aufklärarbeit leisten?
Unsere Käuferschicht ist sehr durchwachsen. Wir haben die krass Nachhaltigen, die sich jeden Schnipsel durchlesen und jede Naht kontrollieren aber auch die Fashionistas und freiheitsliebenden Bagpacker und Surfer, die bei uns einkaufen. Aufklären tun wir eher unsere Partner und Merchandise Kunden, die bis dato noch wenig mit fairer Mode in Berührung gekommen sind.

 

 

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Luzie Buck von Cream Karma trägt Lara Organics

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Luzie Buck von Cream Karma trägt Lara Organics und Hiitu

Fashion Revolution Week 2019 #whomademyclothes: Luzie Buck von Cream Karma trägt Lara Organics

Luzie Buck ist ein absoluter Naturkosmetik-Pro. In ihrem Green Lifestyle und Natural Beauty Blogazine Cream Karma teilt die gelernte Redakteurin die neusten Trends mit uns und schaut dabei immer über den Tiegelrand hinaus. 

Gerade geschnittene Shorts aus Bio-Baumwolle, GOTS-zertifiziert, von Lana Organics, 119,90 Euro. Hellblau-Weiß gestreifte Bluse mit grafischer Knopfleiste aus 100% Leinen, in Portugal produziert, von Black Velvet Circus, 130 Euro. Runde Schultertasche in Dunkelblau aus naturbelassenem, pflanzlich gegerbtem Rindsleder, in Kolumbien gefertigt, von Harold’s, 130 Euro. Handgemachte Ringe aus Messing mit blau-glasierten Keramik-Perlen von Hiitu, je 65 Euro. Goldener Ehering, privat.

Seit wann trägst du Fair Fashion und kannst du dich an den Moment erinnern, in dem klar war, dass Fast Fashion keine Option mehr ist?
Ich bin noch relativ neu im Fair Fashion Bereich. Seit Ende meiner Schwangerschaft im Oktober 2016 habe ich mich dazu entschieden, bei den großen Ketten gar nichts mehr zu kaufen. Das war eine Grundsatzentscheidung und so habe ich begonnen. Momentan trage ich noch viele Klamotten auf. Ich habe auch noch ein paar Sachen von meiner Mama, die sie in meinem Alter getragen hat und die noch super erhalten sind. Inzwischen habe ich aber auch ein paar Fair Fashion Teile und welche, die mein Mann für mich genäht hat.

Trends oder nicht? Nach welchen Kriterien shoppst du faire Mode?
Klar, auch ich werde manchmal bei Trends schwach. Wenn ich keine Fair Fashion Alternative finden, entscheide ich mich für den Verzicht. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber mit der Zeit lässt das Gefühl, dass ich etwas unbedingt haben muss, nach und ist rückblickend betrachtet auch nicht mehr schlimm.

Welche Fragen begegnen dir immer noch? Musst du viel Aufklär-Arbeit in deinem Netzwerk leisten?
Wie und woran erkenne ich denn überhaupt Fair Fashion. Bezieht sich der Begriff nur auf die Materialien und Verarbeitung oder auch auf soziale Standards. Ich finde, es hilft erst einmal für sich persönlich Kriterien festzulegen und dann zu schauen, auf welche Labels diese dann überhaupt zutreffen. Ich nutze Online-Plattformen und -Magazine wie die Fashion Changers oder Peppermynta, um neue Labels zu entdecken. Kaufen tue ich allerdings lieber im stationären Handel, wenn möglich.

Du bist eine wahre Natural Beauty Expertin. Wie stehen Make-Up und faire Mode für dich in Beziehung?
Für mich liegt der Zusammenhang nahe. Das hat mit dem Bewusstsein zu tun, dass mein Handeln und vor allem mein Konsum immer eine Konsequenz für Mensch und Umwelt hat. Dabei geht es nicht nur um meine Gesundheit und die der Natur, sondern auch um die der Menschen, die meine Kleidung herstellen, die ich trage. Deshalb habe ich mich dann auch entschieden, das alles ganzheitlicher zu betrachten. Trotzdem gibt es für mich noch viel zu lernen. Es passiert so viel im Bereich Entwicklung neuer Materialien und Kreisläufe, dass es gar nicht so einfach ist, den Überblick zu behalten.

 

Fotos: Julia Stübner
Fotoassistenz: Jana Rothe
Styling: Nina Nestler

 

Du willst noch mehr über die Fashion Revolution Week erfahren? Hier findest du ein Interview zur Fashion Revolution Week 2019 mit zwei großartigen Vertreterinnen der deutschen Fashion Revolution.

Und hier geht es zu unseren anderen Fashion Revolution Week 2019 Artikeln:
Fashion Revolution Week 2019 – Unser Fair Fashion Shooting Vol. 2

Fashion Revolution Week 2019 – Unser Fair Fashion Shooting Vol. 3