Periodenunterwäsche Test – Warum wir Menstruationshöschen kritisch sehen

Periodenunterwäsche Test – Warum wir Menstruationshöschen kritisch sehen. Sind Period Panties empfehlenswert? Sind Periodenhöschen umweltfreundlich? Spart man mit Geld und Müll? Was ist mit Bioziden? Menstruationswäsche Vergleich

UPDATE! Period Panties gelten als einer der nachhaltigsten Menstruationsprodukte auf dem Markt. Doch, stimmt das? Wir haben Menstruationshöschen von 11 Herstellern über mehrere Monate getestet und sehr viel zu dem Thema recherchiert. Wie wir getestet haben, auf welche Unstimmigkeiten wir bei unserem Periodenunterwäsche Test gestoßen sind und warum wir keine Menstruationshöschen mehr tragen. Hier kommt der große Vergleich von Menstruationsunterwäsche.

In diesem Artikel findet ihr noch mehr Infos:
Gift auf unserer Haut? Biozide in nachhaltigen Produkten & Textilien

Die Grundidee von Period Panties finden wir eigentlich grandios. Ein paar Menstruationshöschen sind doch bestimmt viel nachhaltiger anstatt monatlicher Berge von Binden und Tampons. So dachten wir anfangs jedenfalls. Menstruationshöschen etablieren sich zusehends auf dem Markt und immer mehr Anbieter schießen wie Perioden-Pilze aus dem Boden.

Eigentlich wollten wir »nur« einen übersichtlichen Periodenunterwäsche Test veröffentlichen. Doch während der Recherche und dem Aufbau eines eigenes Fragenkatalogs, kamen uns immer mehr Aussagen und Informationen merkwürdig vor. Den Periodenunterwäsche Test Artikel gibt es jetzt endlich – allerdings deutlich umfangreicher und viel kritischer als gedacht.

Die Kurzversion zu unserem Periodenunterwäsche Test

Manche Hersteller verwenden in ihren Höschen Biozide, die Bakterien und Keime abtöten sollen, bei denen aber nach wie vor in keiner uns bekannten Studie eindeutig belegt ist, dass sie für die Vaginalflora nicht schädlich sind. Und Panties ohne Biozide? Hier geben die meisten von uns getesteten Hersteller eine Waschempfehlung von höchstens 40 Grad an. Du hast also die Wahl zwischen Bioziden im Schritt oder einem Menstruationshöschen, welches du aber in den meisten Fällen nicht hygienisch bei 60 Grad waschen kannst, ohne dass es wahrscheinlich zu Materialverschleiß kommt. Dazu kommt ein mehrlagiger Materialmix, der alles andere als nachhaltig und nicht recycelbar ist und Marken, die über ihre Produktionsstätten nicht wirklich transparent kommunizieren. So viel zur Ausgangsmisere.

Periodenunterwäsche Test Methodik – ein kurzer Überblick

12 menstruierende Frauen aus unserer Redaktion und unserem Freundinnenkreis haben bei unserem Periodenunterwäsche Test mitgemacht. Wir haben pro Brand drei Menstruationshöschen erhalten – weil wir dachten, dass drei Periodenhöschen aus hygienischer Sicht für einen Zyklus ausreichend seien. Drei Period Panties waren dann doch zu wenig, aber dazu später mehr. Nur Kora Mikino hat uns keine Höschen zur Verfügung gestellt. Wir haben sie für den Periodenunterwäsche Test selbst gekauft. Neben unserem Menstruationshöschen Test und der daraus resultierenden persönlichen Meinung über die Period Panties des jeweiligen Herstellers, haben wir einen eigenen Fragenkatalog entwickelt. Wir waren mit jedem der hier vorgestellten Menstruationswäsche Brands persönlich in Kontakt, mit manchen mehr, mit anderen weniger intensiv. Alle Hersteller, die wir hier im Detail vorstellen, bis auf Kora Mikino, haben unseren Fragenkatalog beantwortet. Einen großen Materialcheck haben wir zudem mit Textilingenieurin Franziska Uhl ausgearbeitet, die dazu ebenfalls einen großartigen Artikel geschrieben hat.

Hier geht es zu dem Artikel von Franzi:
Menstruationshöschen – sind Period Panties wirklich nachhaltig?

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, dass die Bewertung nur unsere subjektive und persönliche Meinung aus unserem Menstruationshöschen Test widerspiegelt. Teilweise platzieren wir die original Fragebogen-Antworten der Brands in unserem Artikel, um zu unterstreichen, wie wir diese Aussagen bewertet haben. Dazu findest du im Artikel passende Anmerkungen.

Auch wenn wir Period Panties als nachhaltige Monatshygiene kritisch sehen, sind wir uns dessen bewusst, dass jeder menstruierende Mensch selbst entscheiden kann, welche Hygienemittel er oder sie benutzen möchte. Wir hoffen, dass dir unser Periodenunterwäsche Test – und unsere Recherchen dazu – helfen, bei dieser Entscheidung etwas klarer zu sehen.

Periodenunterwäsche Test – Update vom 7.01.2022:

Nachdem wir diesen Artikel im Mai 2021 veröffentlicht haben, bekamen wir viele Fragen von Leser:innen zu Bioziden in Periodenunterwäsche und haben dazu bei Expert:innen nachgefragt:



Sind Biozide wie Silberchlorid oder Zinkpyrithion in Menstruationshöschen gesundheitsschädlich?

Wir haben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dazu befragt:

1. Würden Sie Menstruationshöschen gesundheitlich unbedenklich einschätzen, die mit Silberchlorid behandelt sind?
»Diese Frage ist ohne eine gesundheitliche Risikobewertung, die für den Biozidwirkstoff Silberchlorid noch nicht vorliegt, nicht zu beantworten. […] Bei der Verwendung von Silberchlorid in Menstruationsunterwäsche würden Schwerpunkte der Bewertung insbesondere auf der Hautverträglichkeit liegen, ob also beispielsweise Hautreizungen, Allergien oder Entzündungen auftreten […] sowie auf Effekten auf die weibliche Reproduktionsfähigkeit und die Entwicklung der Nachkommen. Die Bewertungen stützen sich i.d.R. auf Beobachtungen in tierexperimentellen Untersuchungen.« (in diesem Artikel erfahrt ihr mehr zu den grausamen Tierversuchen).



2. Denken Sie, dass es Sinn macht, Kleidung mit Bioziden auszustatten?

»Diese Fragestellung liegt nicht im Zuständigkeitsbereich des BfR, da die Frage nach der Sinnhaftigkeit biozider Ausstattung keine gesetzliche Aufgabe des BfR ist. Im Rahmen der Biozidgesetzgebung und der nachhaltigen Verwendung solcher Stoffe rückt die Frage nach biozidfreien Alternativen allerdings mehr und mehr in den Fokus. Aus Erfahrung des BfR scheint es jedoch durchaus auch sinnvolle Einsatzmöglichkeiten Biozid-ausgestatteter Kleidung, z. B. zur Zeckenabwehr im Forst oder zur Abwehr krankheitsübertragender Insekten in tropischen Regionen, zu geben. […] Ein sorgfältiges Abwägen von Nutzen und Risiken ist daher geboten.«

3. Es gibt viele Personen, die sich keine Tampons oder Menstruationstassen einführen können oder möchten. Sind dann Menstruationshöschen mit Bioziden Ihrer Meinung nach eine gute Alternative?

»Bislang wurde noch keine gesundheitliche Bewertung solcher Wäsche am BfR durchgeführt. Die Notwendigkeit einer solchen bioziden Ausrüstung von Textilien ist nicht Bestandteil der Biozidbewertung (die Wirksamkeit hingegen schon). Solange keine Bewertung – weder auf gesundheitliche Risiken noch auf Wirksamkeit – durchgeführt wurde, sehen wir den Einsatz biozider Stoffe, insbesondere in direktem Hautkontakt, kritisch.«

4. Wir hoffen, dass wir das richtig verstanden haben: Silberchlorid gilt als „Altwirkstoff“, dessen Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Das bedeutet doch, es hat noch keine Bewertung und Zulassung stattgefunden und Silberchlorid darf bis zur Entscheidung über die Genehmigung nur als Übergangsregelung genutzt werden.

»Der Sachverhalt wird von Ihnen richtig dargestellt. Nach der europäischen Biozid-Verordnung (528/2012) ist Silberchlorid im Rahmen des Prüfprogramms für Altwirkstoffe noch im Genehmigungsverfahren für verschiedene Produktarten. Menstruationsunterwäsche fällt entweder unter Produktart 2, wenn Silberchlorid eingesetzt wird, um die Vermehrung potenziell gesundheitsschädlicher Mikroorganismen zu verhindern (also die Gesundheit der Trägerin zu schützen), oder unter Produktart 9, wenn Silberchlorid geruchshemmend und/oder antibakteriell in den Textilien wirken soll. Beide Produktarten sind noch in der Bewertung.«

 


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Antworten von Diplomchemikerin Dr. Kerstin Etzenbach-Effers (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen):



1. Würden Sie Menstruationshöschen für gesundheitlich unbedenklich einschätzen, die mit Silberchlorid (kein Nanosilber) oder Zinkpyrithion behandelt sind?
»Biozide wie Zinkpyrithion oder Silberchlorid sollten unverzichtbaren Anwendungen vorbehalten sein wie z.B. medizinischen Anwendungen und nicht Bestandteil von Massenprodukten wie Bekleidung sein. Denn die Anwendung von Bioziden kann zur Bildung resistenter Bakterien führen und zur Belastung der Umwelt.«

 Daher rät Dr. Kerstin Etzenbach-Effers prinzipiell davon ab, als »geruchshemmend« oder »antibakteriell« beworbene Produkte zu kaufen.

 


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Antworten von Susanne Smolka, Biozidexpertin beim Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany):

1. Wie beurteilen Sie als Wissenschaftlerin Menstruationshöschen, die mit Zinkpyrithion oder Silberchlorid (kein Nanosilber, sondern nicht-migrierendes Silber) behandelt sind?

»Bei den in Menstruationswäsche oft eingesetzten Chemikalien handelt es sich um Biozide. Es sind Zellgifte, bestimmt zum Abtöten von Lebewesen. Ihre Gesundheits- und Umweltrisiken sind noch nicht abschließend von den EU-Behörden überprüft. Frauen sollten sich daher überlegen, ob es für sie nicht nachhaltigere und umweltschonendere Menstruationsprodukte gibt. Schließlich sind menstruierende Frauen nicht krank und sind seit Jahrtausenden ohne den Einsatz chemischer Zellgifte durch ihre Tage gekommen. […]«

2. Die Hersteller argumentieren, dass die Verarbeitung von Mikrosilber oder Makrosilber unbedenklich für die Gesundheit ist, da die Partikel viel zu groß sind, um durch die Stofflage hindurch in die Haut einzudringen. Sehen Sie das auch so?

»Diese Aussagen kann ich nicht aus der Ferne und ohne weitere Informationen beurteilen. Unserer Auffassung nach besteht hier aber eine Rechtslücke zu Lasten der Verbraucher:innen. Denn im Gegensatz zum Biozid selbst, unterliegt der biozidbehandelte Gegenstand, beispielsweise Menstruationswäsche, keiner amtlichen und somit unabhängigen Überprüfung über die Effizienz, Haltbarkeit und Sicherheit der Biozidbehandlung während der Nutzungsphase. Es gibt verschiedene unabhängige Untersuchungen, die den Abrieb und ein sehr schnelles Auswaschen von bestimmten Bioziden wie Silber aus behandelten Textilien belegen. Wie sich das aber in diesen konkreten Fällen darstellt, lässt sich nicht beurteilen. Deshalb erwarten wir [PAN Germany], eine gesetzliche Prüfverpflichtung für biozidbehandelte Waren vom Gesetzgeber […]«

PAN Germany rät aufgrund der möglichen Gesundheitsrisiken von Bioziden zur Vorsicht bei ihrer Verwendung. Antimikrobielle Biozide können wie Streubomben wirken und somit auch »gute« Mikroorganismen zerstören. Denn Zellgifte wie Silberverbindungen und Zinkpyrithion, die oft als Biozide eingesetzt werden, können nicht zwischen krankmachenden oder geruchsbildenden und nützlichen oder gesundheitsfördernden Bakterien unterscheiden.


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Können Biozide die Umwelt schädigen?

Antworten von Diplomchemikerin Dr. Kerstin Etzenbach-Effers (Verbraucherzentrale NRW):

1. Gibt es einen Nachweis darüber, dass die rausgewaschenen Chemikalien ungefährlich für die Umwelt sind?

»Bezüglich der Umweltauswirkung von Silber, gibt es folgende Veröffentlichungen der Swedish Water and Wastewater Association: Diese Studie kam zu dem Ergebnis, dass nach 10-maliger Maschinenwäsche durchschnittlich 70% des zugesetzten Silbers im Abwasser landen. In der Zusammenfassung wird ebenfalls eine Studie erwähnt, die zeigt, dass Silber die Zahl der antibiotikasensitiven Bakterien verringert. Diese Studie legt nahe, dass der Einsatz von Silber in Textilien die Umwelt belastet und sich der gewünschte geruchshemmnde Effekt relativ schnell auswäscht. Die offizelle GHS Einstufung von Silberchlorid auf der Seite der europäischen Chemikalienbehörde: Höchste Gefährdungsklasse 1 akut und langfristige Gewässergefährdung.«



2. Denken Sie, dass es einen Unterschied macht, ob Nanosilber oder Mikro- oder Makrosilber in Menstruationshöschen verarbeitet wird? Die Hersteller versichern in der Beschreibung ihrer Produkte, dass nur Silber in Nanoform eine Gefährdung darstellt.

»Nicht nur Nano-Silber sondern auch Silbersalze wie Silberchlorid waschen sich aus Textilien aus und gelangen in die Umwelt. Welche Konsequenzen das hat, ist weitgehend unklar. Egal ob Nanosilber oder Silbersalz: Es ist immer das Silberion für die biozide Wirkung verantwortlich.«


3. Ein Hersteller hat uns diese Antwort zukommen lassen: »Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz von Silberchlorid unseres Herstellers keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat […]«. Können Sie zu dieser Aussage des Herstellers eine Einschätzung geben? Denken Sie auch, dass der Einsatz von Silberchlorid keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat?

»[…] Freigesetztes Silber, auch Silbersulfid, verschwindet aber nicht spurlos aus der Umwelt, sondern kann über das Abwasser oder den Klärschlamm wieder in die Umwelt gelangen. Welche Auswirkungen das hat, ist derzeit nicht bekannt. Das heißt, es wird Silber in die Umwelt freigesetzt, obwohl wichtige Fragen zur Auswirkung auf die Umwelt nicht beantwortet sind.«


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Laut PAN Germany sind Biozide ganz und gar nicht harmlos. Susanne Smolka, Biozidexpertin von PAN Germany schreibt uns:

1. Sind Silberchlorid und Zinkpyrithion Ihrer Meinung nach umweltschädlich und warum?

»Viele Biozide werden als umweltgefährlich eingestuft. Schließlich ist es ihre Zweckbestimmung, Lebewesen zu schädigen und abzutöten. Silberchlorid und Zinkpyrithion sind beide als sehr giftig mit langfristiger Wirkung für Wasserorganismen eingestuft. Es besteht das Risiko, und es wurde auch bei verschiedenen biozidbehhandelten Textilien belegt, dass Biozide von Textilien abgerieben und während des Reinigens ausgewaschen und über Abwasser und Kläranlage in die Gewässer gelangen und sich dort beispielsweise in den Kiemen von Fischen anreichern können. Die Rechnung ist einfach: weniger Biozideinsatz bedeutet weniger Umweltbelastungen und Umweltrisiken.«

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) schreibt auf seiner Homepage:
»Zunehmend werden Biozide auch zur antibakteriellen Ausrüstung von Alltagsgegenständen verwendet. […] Darüber hinaus kann es beim Waschvorgang durch die Auswaschung der bioziden Wirkstoffe zu deren erhöhtem Eintrag in die Umwelt kommen. Oftmals kann auf den Einsatz von Biozid-Produkten verzichtet werden […] Das regelmäßige Waschen der Kleidung wirkt ebenfalls einer Geruchsbildung entgegen. Im Biozidrecht hat sich auch der Gesetzgeber das Ziel gesetzt, dass zugelassene Biozid-Produkte möglichst wenig einzusetzen sind.«



Diese Artikel könnten euch auch noch weiterhelfen:

Deutschlandfunk



Stiftung Warentest



Umweltbundesamt



BMU


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Wann macht der Einsatz von Bioziden Sinn?

Susanne Smolka, Biozidexpertin (PAN Germany):

»Ich kenne keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass sich durch antimikrobielle Biozide in Alltagsprodukten ein besonderer Gesundheitsnutzen im Vergleich zur klassischen Hygiene wie Handseife und 60 Grad Wäsche einstellt hätte. Andererseits ist aber bekannt, dass viele Biozide gesundheits- und umweltgefährlich sind. Sogar Silber und Silberverbindungen stellen ein Problem dar, da sie in immer häufiger in Alltagsprodukten zugesetzt werden. Da wird mit der Angst der Verbraucher:innen vor gefährlichen Krankheitserregern gespielt. Dabei besteht beim Einsatz von Silber, einem Zellgift, das Risiko für die Bildung resistenter Bakterienstämme, die schlimmstenfalls gegen Antibiotika resistent werden können. Die deutschen Fachbehörden empfehlen daher gesunden Menschen die klassische Alltagshygiene – selbst in Zeiten von Covid-19.«



Mehr Informationen zu Bioziden findet ihr im Biozid-Ratgeber (S.12) von PAN Germany.

 


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Diese Menstruationsunterwäsche könnte Biozide enthalten:

SKENTY

Auf der Website von Skenty war bis zum 07.01.2022 noch dieser Satz finden: »100% nachhaltig, fair, plastikfrei, vegan, antibakteriell und frei von Silberchlorid und anderen Bioziden.« Wir haben dazu eine Anfrage geschickt und bekamen die Antwort, dass Skenty den Wirkstoff Dimethyltetradecyl[3-(trimethoxysilyl)propyl]ammoniumchlorid verwendet. Auf Nachfrage bei einer Expertin wurde uns bestätigt, dass es sich um ein Biozid handelt. Wir persönlich finden, dass Verbraucher:innen mit der Aussage »antibakteriell und frei von [..] Bioziden« getäuscht werden, da Skenty anscheinend doch ein Biozid verwendet. Wir haben Skenty mit diesem Widerspruch konfrontiert und um eine Stellungnahme dazu gebeten. Skenty schrieb uns: »Ab dem 10.01.2022 sind unsere Lieferanten wieder erreichbar. Wir werden mit ihnen in den direkten Austausch gehen. Bis dahin werden wir die Informationen über Biozide vorerst von unserer Skenty Webseite entfernen.« Bei der Europäische Chemikalienagentur finden wir diese Informationen zum Wirkstoff: »Gefährlich! […] verursacht dieser Stoff schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden, ist sehr giftig für Wasserorganismen und kann eine allergische Hautreaktion hervorrufen.« Außerdem haben wir uns ein Höschen bestellt und konnten aber weder auf der Verpackung noch auf dem Etikett eine Angabe zum Biozid Dimethyltetradecyl[3-(trimethoxysilyl)propyl]ammoniumchlorid entdecken.

SNUGGS

Wir haben bei Snuggs mehrmals nachgefragt, aber bisher keine weiteren Antworten mehr bekommen. Auf der Website wird von »antibakteriellem Silber«, »Die Schicht enthält antimikrobielles Silber, das stark antibakteriell wirkt« und »enthält keine Nanopartikel« gesprochen. Laut Snuggs »ist der antibakterielle Schutz dauerhaft und wäscht sich nicht heraus«. Diese Aussage finden wir persönlich etwas verwirrend, da Expert:innen dazu etwas anderes sagen (siehe oben). Wir haben uns auch ein Höschen bestellt und konnten keine Hinweise zu Bioziden auf der Verpackung oder Etikett entdecken. Auf unsere Fragen zur Deklarationpflicht von Bioziden schrieb Snuggs uns: »Angesichts der Art der Technologie, die wir verwenden, haben unsere Anwälte erklärt, dass wir nicht verpflichtet sind, sie auf Etiketten und Verpackungen zu erwähnen.« Zu der Deklarationspflicht von Bioziden findet ihr in diesem Artikel mehr Infomationen.

THINX
Wir haben Hinweise im Netz gefunden, dass die Menstruationshöschen von Thinx mit Nanosilber ausgerüstet sein könnten. Bei Schnitzel & Schminke erfahrt ihr mehr dazu.



SELENACARE
In den Höschen von Selenacare wird laut Angaben auf der Website Silberchlorid verwendet.

DEAR KATE
Laut Angaben auf der Website sind die Höschen von Dear Kate antimikrobiell und mit einer natürlichen Silbersalzverbindung versehen, die das Wachstum von Bakterien bekämpft.

 

Menstruationsunterwäsche mit Bioziden:

THE FEMALE COMPANY – Vegan und tierversuchsfrei?

Unsere ausführliche Kritik zu den Period Panties von The Female Company findet ihr in diesem Artikel.


 

OOIA – Transparenz wird hier groß geschrieben… Nicht!

Biozide: Ja (Silberchlorid)
Anmerkung: Anscheinend wurde früher auch Zinkpyrithion verwendet.


Vegan: Nein


Faire Produktion: Ja


Wo wird produziert: Portugal und Litauen


Materialien: Baumwolle, (recyceltes) Elasthan, Merinowolle, Modal, Polyester, Polyurethan, recyceltes Polyamid


Größen: 32 bis 54


Nachhaltigkeit:
Antwort von Ooia: »Wir sourcen unsere Stoffe alle in Europa, manche Stoffe wie der Polyamid-Stoff des Highwaists bestehen aus recycelten Materialien. Alle Stoffe sind zertifiziert schadstoffgeprüft durch Oeko-Tex
Anmerkung: Leider ist das – unseres aktuellen Wissenstands – nach nicht richtig. Astrid von @wienerkind hat erst kürzlich in einem Instgram-Post über die aus Australien stammende Merinowolle berichtet – und wie Ooia darüber kommuniziert.


Siegel/Zertifikate:
Hohenstein Institut

Antwort von Ooia: »Nur die Nähereien sind GOTS zertifiziert.«
Anmerkung: Wir konnten es nicht überprüfen, da Ooia uns keine Produktionsstätten genannt hat. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Ooia besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Nach den GOTS -Richtlinien darf ein Produkt nur dann als GOTS-zertifiziert bezeichnet werden, wenn die gesamte Wertschöpfungskette und das Endprodukt zertifiziert sind. Dies ist bei den Menstruationshöschen von Ooia nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung der Nähereien erfolgt, halten wir für sehr problematisch.

Antwort von Ooia: »Unsere Stoffe sind Oeko-Tex zertifiziert.«
Anmerkung: Wir konnten es nicht überprüfen, da Ooia uns keine Labelnummer genannt hat.


Studien:
Hohenstein Institut (im Rahmen der Zertifizierung wurden mikrobielle Tests durchgeführt und die antibakterielle Wirksamkeit gegen Viren und Bakterien getestet).
Anmerkung: Das Hohenstein Institut hat lediglich die antibakterielle Wirksamkeit der eingesetzten Biozide zertifiziert. Wir wissen von keiner Studie oder Zertifizierung, die beweist, dass Zinkprithion oder Silberchlorid für die Vaginalflora gesundheitlich unbedenklich sind.


Saugfähigkeit:
Antwort von Ooia: »Die Panties mit der geringsten Saugfähigkeit nehmen ca. 1 Tampon an Flüssigkeit auf, Höschen mit der stärksten Saugfähigkeit nehmen bis zu 6 Tampons auf. Die meisten Menstruationshöschen nehmen jedoch ca. 3 Tampons an Flüssigkeit auf.«


Tragedauer:
Antwort von Ooia: »Das hängt von der Stärke der Blutung ab und ist sehr individuell. 70% unserer Kundinnen tragen Ooia den ganzen Tag lang und wechseln dann zur Nacht.«


Nutzungsdauer:

Antwort von Ooia: »Bei jeder Wäsche wäscht sich die bakterienhemmende Beschichtung leicht aus. Daher empfehlen wir, Ooia nach 2 Jahren nicht mehr für Periodenblut zu verwenden.«


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 40 Grad in der Waschmaschine waschen


Preis: ca. 27-45 €


Persönliches Fazit der Redaktion (Update vom 7.1.2021):
Ooia, damals noch Ooshi, reicherte – nach Angaben auf ihrer Homepage – die mittlere Schicht ihrer Menstruationshöschen mit einem Wirkstoff auf Silber- und Zinkbasis (Silberchlorid und Zinkpyrithion) an und verwendete nach eigenen Aussagen das Biozid Zinkpyrithion noch bis Mitte 2020.

Erst nach hartnäckigem Nachfragen bekamen wir am 02.08.2021 diese Antwort von Ooia dazu:

»Tatsächlich haben wir bis Mitte letzten Jahres das antibakteriell wirksame Zinkpyrithion in unseren Ooias verwendet. […] Zinkpyrithion wird nach wie vor vielseitig eingesetzt, unter anderem in Anti Schuppen Shampoos und ist außerdem vielseitig getestet und zertifiziert (z.B. von Oeko-Tex® und bluesign®).«

Das sieht Ökotest etwas anders und freut sich, dass die EU für Zinkpyrithon ab März 2022 ein Verbot in Kosmetika beschlossen hat. In diesem Artikel erfahrt ihr mehr dazu.

Wir haben bluesign® zu dieser oben zitierten Aussage von Ooia befragt:

»Die Informationen können […] wir so nicht bestätigen. Zinkpyrithion ist gesundheitlich bedenklich und wir erlauben die Nutzung dieser Substanz in textilen Erzeugnissen nicht. Absichtlicher Einsatz von Zinkpyrithion im Herstellungsprozessen unserer Systempartner ist nicht gestattet. Die maximale erlaubte gemessen Konzentration auf einem textilen Erzeugnis darf 10 mg/kg (ppm) nicht überschreiten – als unbeabsichtigte Verunreinigung. Der maximale (von uns) erlaubte Wert von 10 mg/kg liegt an der Nachweisgrenze vieler Testlabore/-Insitute. Wir empfehlen allen unseren Systempartnern Zinkpyrithion zu ersetzen. Falls dies nicht geschehen wird, werden die Artikel und chemische Produkte nicht „zugelassen“.«

Hier findet ihr die Einschätzung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zu Zinkpyrithion.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schrieb uns auf unsere Fragen zu Zinkpyrithion und Silberchlorid:

1. Wir haben die Information bekommen, dass Zinkpyrithion als reproduktionstoxisch eingestuft ist und im Verdacht steht, beim Menschen die Fortpflanzungsfähigkeit und das ungeborene Kind zu schädigen. Sehen Sie das auch so?

»Zinkpyrithion wird in der 15. Änderungsverordnung der europäischen CLP-Verordnung (1272/2008, Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung) vom 19.05.2020 als reproduktionstoxisch hinsichtlich Entwicklungstoxizität („Kann das Kind im Mutterleib schädigen“) aufgeführt. Diese Einstufung gilt ab dem 01.03.2022. Diese Einstufung beschreibt eine Eigenschaft des Stoffes, allerdings sagt sie noch nichts darüber aus, mit welcher Konzentration man in Kontakt kommen muss, damit ein solcher Effekt ausgelöst wird.«



2. Ist denn Zinkpyrithion in der EU und Deutschland für solche Produkte wie Menstruationshöschen schon zugelassen oder ist es auch ein „Altwirkstoff“?

»Auch Zinkpyrithion ist nach Biozid-Verordnung ein „Altwirkstoff“, der wie Silberchlorid nach Übergangsregelungen für Verwendungen, […], weiterverwendet werden, bis eine Entscheidung getroffen wurde. Der Auslöser, ein Einstufungsverfahren einzuleiten, war die unter der Biozidverordnung vom bewertenden Mitgliedstaat (wie beim Silberchlorid auch in diesem Fall Schweden) durchgeführte Bewertung, die formal jedoch noch nicht abgeschlossen ist.«

3. Zu Silberchlorid hat uns Ooia diese Antwort zukommen lassen: »Unser Wirkstoff Silberchlorid ist in der EU (und natürlich in Deutschland) gemäß EU Biozidrichtlinie zugelassen. Hierfür hat der Hersteller unseres bakterienhemmenden Wirkstoffs diverse Tests durchlaufen müssen.« Wir hoffen, dass wir das richtig verstanden haben: Silberchlorid gilt doch als „Altwirkstoff“, dessen Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Das bedeutet doch, es hat noch keine Bewertung und Zulassung stattgefunden und Silberchlorid darf bis zur Entscheidung über die Genehmigung nur als Übergangsregelung genutzt werden. Ist die obige Aussage von Ooia denn richtig?
»Der Sachverhalt wird von Ihnen richtig dargestellt. Nach der europäischen Biozid-Verordnung (528/2012) ist Silberchlorid im Rahmen des Prüfprogramms für Altwirkstoffe noch im Genehmigungsverfahren für verschiedene Produktarten. […]
 Der Wirkstoff Silberchlorid ist, […] in der EU gemäß Biozidrichtlinie (98/8/EC), die 2012 von der Biozid-Verordnung (528/2012) abgelöst wurde, bisher nicht genehmigt worden. Biozidprodukte, die den Wirkstoff in den zuvor genannten Produktarten enthalten, dürfen aber bis zum Abschluss des Verfahren, wie von Ihnen richtig dargestellt, im Rahmen von nationalen Übergangsregelungen weiterverwendet werden. […]«

Wir testeten die Höschen bereits 2019, als sie ganz frisch auf den Markt kamen und haben wahrscheinlich auch Menstruationshöschen mit dem Biozid Zinkpyrithion benutzt. Leider hat uns Ooia bis heute nicht darauf geantwortet, wie viele der bislang verkauften 500.000 Period Panties mit Zinkpyrithion ausgerüstet wurden. Wir fragen uns, wie viele andere Frauen dieses – auch von Ökotest kritisierte – Biozid Zyklus für Zyklus zwischen ihren Beinen getragen haben? Ein Unternehmen, dass sich als Vorreiter für Frauengesundheit positioniert und sich als selbsternannte »Female Empowerment Company« Frauen in ihrer Monatshygiene empowern will, klärt Frauen nicht zu diesem Thema auf? Das hat unserer Meinung nach nichts mit Female Empowerment zu tun.

Mehrmals wird auch auf der Ooia Homepage auf die Expertise von Expert:innen verwiesen. Leider hat uns Ooia nie zu unseren Fragen diesbezüglich geantwortet und wollte uns auch keine dieser Expert:innen nennen. Hier ein paar Zitate von der Ooia Webseite:

»Bei der Produktentwicklung setzen wir neben dem internen Wissen außerdem auf die Expertise anderer Expert*innen, wie z.B. von Gynäkolog*innen und Chemiker*innen.«



»Wir haben die bakterienhemmenden Anforderungen an ooia von Gynäkolog*innen prüfen und bestätigen lassen und die gesamte Entwicklung von ooia darauf angepasst.«



»Für unsere ooia Periodenunterwäsche haben wir uns den Rat von Gynäkolog*innen eingeholt, um sicher zu stellen, dass sich keine Gerüche und Keime vermehren können.«

Zu diesen Aussagen haben wir Dr. med. Christian Albring (Präsident des Bundesverbands der Frauenärzte) befragt:



1. Herr Albring, können Gynäkolog:innen überhaupt die Wirkung und Unbedenklichkeit von Bioziden beurteilen?

»Nur wenn ihnen dazu ausreichend aussagekräftige Studien vorlägen, wäre das möglich.«



2. Können Sie uns Gynäkolog:innen nennen, die diese Aussagen zu Bioziden bestätigen?

»Nein.«

3. Kennen Sie Gynäkolog:innen, die mit Ooia zusammengearbeitet haben?
»Nein.«



4. Ooia hat in unserem Fragebogen folgendes geantwortet: »Bakterien und Keime sterben in der Wäsche erst bei über 70 Grad. Da Periodenunterwäsche aus Konstruktionsgründen nicht bei diesen Temperaturen waschbar ist, ist es ist unabdingbar, dass bakterienhemmende Wirkstoffe eingesetzt werden. Sonst vermehren sich Gerüche und es entstehen Krankheiten.«
 Können Sie das mit den Waschtemperaturen über 70 Grad bestätigen und uns Krankheiten nennen, die entstehen könnten?

»Eine mehrstündige Waschmaschinenwäsche bei 60 Grad tötet Bakterien, Viren und Pilze wirksam ab. Der Intimbereich und die Vagina sind nicht keimfrei. Milchsäure-Bakterien, die sogenannten Laktobazillen, produzieren Milchsäure und sind für den sauren PH-Wert in der Scheide verantwortlich. Durch diesen sauren Scheiden-PH werden krankmachende Keime am Wachstum gehindert. Im Menstruationsblut finden diese krankmachenden Keime allerdings ein ideales Milieu, um sich zu vermehren. Werden für die Menstruationshygiene keine Einmalprodukte verwendet, sondern waschbare Mehrfachprodukte, so muss sichergestellt werden, dass sie zwischen den einzelnen Anwendungen keimfrei gemacht werden. Sonst können überlebende Keime in den Intimbereich zurückgebracht werden und dort das Risiko für bakterielle Scheidenentzündungen erhöhen. Was Biozide wie Silberchlorid und Zinkpyrithion angeht, so ist völlig unklar, ob diese eventuell nicht nur krankmachende Keime an der Vermehrung hindern, sondern auch die „guten“ Milchsäurebakterien vernichten.«


5. Haben Sie vielleicht Studien zur Hand, in der die Biozide Silberchlorid und Zinkpyrithion – eingesetzt als Menstruationshöschen in der Vaginalflora – als unbedenklich eingestuft werden?
»Nein. Es gibt soweit uns bekannt ist keine Studien, in denen geprüft und nachgewiesen wurde, dass Silberchlorid oder Zinkpyrithion keinen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der Flora in der Vagina und im äußeren Intimbereich haben. Allergische Hautreaktionen allerdings sind denkbar.«

6. Wie stehen Sie als Verband zu Menstruationshöschen mit Bioziden wie Silberchlorid und Zinkpyrithion?
»Der Berufsverband der Frauenärzte bezieht keine Position zu Bioziden in Kleidungsstücken. Dies ist Aufgabe des BfR. Mehrfachprodukte zur Menstruationshygiene müssen mindestens mit 60 Grad waschbar sein. Dann erübrigt sich die Frage nach im Gewebe eingearbeiteten Bioziden.«


Unsere abschließende Meinung zu Ooia:
Auch wenn wir die Modelle sehr schön finden und das Tragen der Ooia Periodenhöschen grundsätzlich angenehm war, empfehlen wir die Menstruationshöschen nicht weiter, da wir persönlich Biozide kritisch sehen. Ooia konnte mit uns keine Studien teilen, die die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Silberchlorid und Zinkpyrithion für die Vaginalflora belegen. Das deutsche Label verwendet zudem konventionelle Baumwolle und keine Bio-Baumwolle.


 

Bildschirmfoto der FAQs von Kora Mikino vom 23.04.2021. An diesem Tag war noch nichts zu biozidfreien Höschen zu lesen.

Bildschirmfoto der FAQs von Kora Mikino vom 29.04.2021. Ein paar Tage später findet sich dort jetzt ein Update, welches vom 06.02.2021 stammen soll.

KORA MIKINO – Knispel-Knister-Höschen. Was knistert denn da an meinem Möschen?

Hier haben wir uns auf Basis der verfügbaren Informationen auf der Website bedient, da Kora Mikino* unseren Fragebogen nicht ausgefüllt und keinerlei Nachfragen zu unserem Periodenunterwäsche Test beantwortet hat. Es war aber nicht so einfach, sich auf die Angaben von der Website zu beziehen, da diese anscheinend sehr oft geändert werden (siehe Screenshots oben).

Biozide: Ja (Silbersalze)
Anmerkung: Mittlerweile bietet Kora Mikino auch Modelle ohne Silber an und will komplett auf biozidfreie Höschen umstellen.


Vegan: Ja


Faire Produktion: Ja
Anmerkung: Können wir nicht verifizieren, da wir dazu keine Antworten erhalten haben


Wo wird produziert:
Albstadt auf der Schwäbischen Alb, europäisches Ausland
Anmerkung: Leider haben wir trotz mehrmaligem Nachfragens keine Antwort erhalten, wo genau im »europäischen Ausland« gefertigt wird und es gibt dazu auch mittlerweile keine näheren Angaben mehr auf der Homepage. Warum der eine Produktionstandort (nämlich Albstadt) beschrieben und auch optisch dargestellt wird, dann aber nur schwammig auf Produktionsorte im »europäischen Ausland« verwiesen wird, finden wir persönlich nicht sehr transparent.


Materialien:
MicroModal (auf Buchenholzbasis), Polyester, Elasthan, Polyamid, Baumwolle


Größen:
34 bis 48, einige Modelle nur bis Konfektionsgröße 42 oder 44


Siegel/Zertifikate:
PETA approved vegan


Studien:

Hohenstein Institut
Anmerkung: Das Label schreibt auf ihrer Homepage über die Studie: »Die natürliche Hautflora von Proband:innen wurde selbst bei dauerhaftem Tragen von silberhaltig antibakteriell ausgerüsteter Bekleidung nicht beeinflusst.« Wir haben beim Hohenstein Institut nachgefragt, um mehr über die Studienbedingungen zu erfahren: Es wurde lediglich an 30 Männern und 30 Frauen getestet. Im Schulterbereich. Nicht im Intimbereich. Wir finden das nicht sehr aussagekräftig und nicht sehr beruhigend.


Saugfähigkeit:
30 ml (entspricht ungefähr der Flüssigkeit von 3 normalen Tampons)


Tragedauer: ca. 12 Stunden


Nutzungsdauer:
Kora Mikino schreibt auf ihrer Homepage: »Die Menstruations-Panties sind so langlebig wie normale Slips.«
Anmerkung: Dazu verweisen wir auf den Artikel von Textil-Expertin Franzi Uhl, die die Haltbarkeit von Menstruationshöschen und Materialien genau unter die Lupe genommen hat.


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 40-60 Grad in der Waschmaschine (Wäschenetz, Schonwaschgang) waschen


Anmerkung: Mittlerweile scheint Kora Mikino die Empfehlungen zum Waschen aktualisiert zu haben. Am 25.4.2021 wurde noch diese Empfehlung ausgesprochen: »Periodenslips wäschst Du einfach bei 40° Grad mit Color- oder Feinwaschmittel.«


Preis: 29-39 €


Persönliches Fazit der Redaktion:
Kora Mikino war leider, auch nach intensivem Austausch mit uns, nicht bereit unseren Fragebogen auszufüllen bzw. unsere vielen Nachfragen zu beantworten, die sich im Laufe der umfangreichen Korrespondenz und unsererem Periodenunterwäsche Test ergeben haben. Ebenfalls wollte uns Kora Mikino keine Samples zum Testen zur Verfügung stellen. Drei Kolleginnen der Redaktion hatten bereits ältere Modelle von Kora Mikino zu Hause. Wir haben für unseren Periodenunterwäsche Test jedoch noch drei neue Slips auf eigene Kosten bestellt, damit wir auf dem neuesten Stand sind.

Kora Mikino haben wir im Laufe der Erstellung dieses Artikels als nicht sehr kooperatives und transparentes Brand kennengelernt. Das spiegelt sich auch in einigen Recherchen über die Marke wider. Kora Mikino gibt z.B. an, dass ihre Produkte unter guten Sozialstandards auf der Schwäbischen Alb und im europäischen Ausland gefertigt werden. Auf ihrer Website erwähnten sie im Sommer 2020 noch, dass ein Teil der Produktion in Rumänien stattfinde – allerdings ist nicht klar, wie hoch der Produktionsanteil in Rumänien ist. Auf unsere Nachfragen dazu wurde nicht geantwortet und wir können diesen Satz auf der Website aktuell nicht mehr finden: »Die beiden aktuellen Produktionsstandorte befinden sich in in Baden Württemberg auf der Schwäbischen Alb und im Siebenbürgengebirge in Rumänien.«

 Dass Gründerin Julia Rittreiser, die sich selbst als Fair Fashion Aktivistin bezeichnet, nicht transparent über die Produktionsbedingungen im »europäischen Ausland« kommuniziert, fühlt sich irgendwie in diesem Zusammenhang unauthentisch an.

Auch beim Tragekomfort mußten wir bei Kora Mikino leider große Abstriche machen. Uns allen ist ein sehr unangenehmes, fast schon windelartiges Gefühl aufgefallen, da das Futter so dick ist. Doch was uns fast noch mehr verunsicherte, war das hörbare Rascheln, welches sich bei jedem Schritt bemerkbar machte, weshalb keine von uns, die Höschen weiterhin tragen möchte. Wir sind auch nicht die einzigen, denen dieses Knistern unangenehm aufgefallen ist. Schaut euch doch mal den Periodenunterwäsche Test dazu bei Ekologiska Mag und familie.de an.

Update vom 19.12.2021:
Leider hat uns Kora Mikino nie auf die Frage geantwortet, warum sie mittlerweile auf komplett biozidfreie Höschen umstellen. Und wir fragen uns: Wie verhält es sich dann mit den Bakterien und Keimen, wenn Kora Mikino keine Biozide mehr verwendet?

Auf der Website von Kora Mikino steht mittlerweile:
»Unsere Panties sind waschbar und damit wiederverwendbar. Damit Deine Panty möglichst lang im Einsatz bleibt, empfehlen wir sie bei 40°- 60°C im Schonwaschgang im Wäschenetz zu waschen. Generell sind unsere Panties genauso langlebig wie normale Unterwäsche, Waschtemperaturen über 40°C können aber die Lebensdauer der Materialien ggf. beeinträchtigen. […]« 



Wir haben zu diesem Thema Dr. med. Christian Albring (Präsident des Bundesverbands der Frauenärzte) befragt: 



Wie stehen Sie als Verband zu Menstruationshöschen mit Bioziden?
»Der Berufsverband der Frauenärzte bezieht keine Position zu Bioziden in Kleidungsstücken. Dies ist Aufgabe des Bundesinstituts für Risikobewertung. Mehrfachprodukte zur Menstruationshygiene müssen mindestens mit 60 Grad waschbar sein. Dann erübrigt sich die Frage nach im Gewebe eingearbeiteten Bioziden.«

Nach dieser Aussage von Dr. med. Christian Albring müßten die Höschen aber immer bei mindestens 60°C gewaschen werden. Was dann aber – laut Kora Mikino – die Lebensdauer ggf. beeinträchtigen könnte. Das klingt für uns persönlich nicht nach einem durchdachten und nachhaltigen Produkt.


Gift auf unserer Haut? Biozide wie z.B. Silberchlorid und Zinkpyrihion in nachhaltigen Produkten & Textilien. Geruchshemmend, antibakteriell, mit Hygienefunktion, tötet Bakterien und Viren ab. Grausame Tierversuche? Antibakterielle Perod Panty, Menstruationshöschen von MyLily

MYLILY – Biozide oder keine Biozide? Das ist hier die Frage…

Biozide:

Antwort von Mylily: »Nein«
Anmerkung: Mylily teilte mit uns, dass sie antibakterielles Polyester verwenden. Nach Rücksprache mit Expert:innen gehen wir davon aus, dass die Faser im Spinnprozess mit Bioziden so behandelt wird, dass sie antibakteriell wirkt. Es wird also dem Anschein nach doch eine Form von Bioziden verwendet. Warum Mylily dann im Fragebogen mit »Nein« geantwortet hat, verstehen wir nicht ganz.


Vegan: Ja


Faire Produktion: Ja


Wo wird produziert: 

Antwort von Mylily: »Spanien, genäht in einem Frauenhaus in Barcelona.«


Materialien:
Antwort von Mylily: GOTS zertifizierte Bio-Baumwolle, Polyester, Elasthan


Größe: XXS bis XXL


Nachhaltigkeit:

Antwort von Mylily: »Die innere und äußere Schicht besteht jeweils aus 100% GOTS zertifizierter Bio-Baumwolle. Die Einlage (Saugkern & Auslaufschutz) besteht aus verschiedenen technischen Geweben auf der Basis von Polyester. Sie entspricht den Nachhaltigtkeitsstandards von Bluesign und ist antibakteriell sowie atmungsaktiv.«


Siegel/Zertifikate:
GOTS: BCS 35725
Anmerkung: Wir haben das überprüft und Mylily ist bei GOTS gelistet.

Bluesign


Studien: keine


Saugfähigkeit:
Flüssigkeitsmenge entspricht 3 Tampons


Tragedauer:

Antwort von Mylily: »Abhängig von der Blutungsstärke. Bei leichter oder normaler Blutung kann sie problemlos über Tag oder über Nacht getragen werden.«


Nutzungsdauer:

Antwort von Mylily: »Wenn du die Pflegehinweise beachtest, hält Periodenunterwäsche mindestens 2 Jahre.«


Waschen:
Antwort von Mylily: »Auf links, per Hand oder in der Waschmaschine im Wäschenetz gemeinsam mit der regulären Wäsche. Am besten bei 30 Grad mit neutraler Seife, um alle Materialien möglichst lange zu erhalten. Vor dem Waschen in der Waschmaschine einmal bei kaltem Wasser auswaschen.«
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist die Option zur Handwäsche gesundheitlich noch bedenklicher als eine Wäsche bei 30 Grad, da hier noch weniger Keime und Bakterien abgetötet werden. So eine Empfehlung sollte von keinem Brand ausgesprochen werden.


Preis: ca. 35 €


Persönliches Fazit der Redaktion:

Ein Update (7. 11. 2021) zu den Menstruationshöschen von Mylily und Bioziden findet ihr in diesem Artikel.

Wir haben uns in den Period Panties recht schnell wohl gefühlt und sie teilweise sogar ganz vergessen – jedoch nur zu Hause. Sobald wir das Haus verlassen haben, fühlten wir uns aufgrund der Dicke des Materials unwohl und haben auch das Gefühl, dass die Menstruationshöschen unter bestimmter Kleidung sichtbar sind.

Mylily* spricht von einer antibakteriellen Wirkung durch das von ihnen eingesetzten antibakterielle Polyesters. Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass das Polyester durch eine »silver based technology« antibakterielle Eigenschaften bekommt – es handelt sich wahrscheinlich um ein Biozid, das im Spinnprozess verwendet wurde. Das finden wir in der Kommunikation äußerst intransparent und Menschen, die sich für eine Menstruationshose ohne Biozide entscheiden wollen, werden dadurch vielleicht in die Irre geführt. Die genaue Zusammensetzung des Saugkerns wurde uns ebenfalls auch nach erneuten schwammigen Antworten von Mylily nicht klar, deshalb fragten wir erneut nach, erhielten jedoch keine Antwort mehr von Mylily.


 

Menstruationsunterwäsche ohne Biozide:

TAYNIE – Wirkt Bambus antibakteriell?

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion:
Antwort von Taynie: »Ja«
Anmerkung: Diese Aussage konnten wir nicht verifizieren.


Wo wird produziert:
China, Italien, Deutschland. Die Hauptproduktion liegt in China.


Materialien: Bio-Baumwolle, Bambus-Viskose, Nylon, Thermoplastisches Polyurethan (TPU).


Größen: 32 bis 62




Nachhaltigkeit:

Antwort von Taynie: »Unsere Materialien kommen alle aus dem nahliegenden Umland und haben daher nur kurze Transportwege. Alle Kunststoffe sind recycelbar. Auch Bambus ist dafür bekannt sehr nachhaltig zu sein, da es deutlich schneller wächst als andere Stoffe und weniger Wasser benötigt. Wir haben bewusst auf tierische Inhaltsstoffe wie Merinowolle verzichtet.«
Anmerkung: Da hätten wir uns klarere Aussagen gewünscht z.B. auf welches Land beziehen sich diese Aussagen und welche Kunststoffe sind recycelbar?


Siegel/Zertifikate:
Oeko-Tex: 15.HCN.75069
Anmerkung: Haben wir geprüft und dieses Zertifikat ist gültig

PETA approved vegan

Amfori BSCI Standard
Anmerkung: Konnten wir nicht nachprüfen, da Taynie nicht gelistet ist. Um zu checken, ob die Produktionsstätten gelistet sind, hätten wir dazu Informationen von Taynie bekommen müssen.


Studien: keine


Saugfähigkeit: Flüssigkeitsmenge entspricht 1-6 Tampons


Tragedauer: ca. 10-12 Stunden


Nutzungsdauer:

Antwort von Taynie: »Nach durchgeführtem Langzeittest nachweislich über 3 Jahre.«


Waschen:
Antwort von Taynie: »Nach dem Tragen kalt auswaschen (damit das Blut nicht gerinnt) und bei max. 60 Grad in der Waschmaschine waschen. Es ist auch möglich unsere Slips nur bei 30–40 Grad zu waschen oder bei Bedarf einen Hygienespüler zu verwenden.«
Anmerkung: Wir empfehlen bei 60 Grad zu waschen und keinen Hygienespüler zu verwenden. Franzi geht in ihrem Artikel auch noch einmal im Detail darauf ein.


Preis: ca. 20-40 €


Persönliches Fazit der Redaktion:
Ich habe mich mit den Taynie* Slips während meiner Periode sehr sicher gefühlt und hatte zu keiner Zeit das Gefühl von unangenehmen Gerüchen oder Angst, dass ich auslaufe. Sehr gut haben mir auch die Styles und die Passform gefallen, da ich mich nicht wie in einer Windel verpackt fühlte. Vor allem nachts bieten sie mir eine gute Unterstützung.
 Für uns sind die Menstruationshöschen von Taynie aktuell noch die einigermaßen vertretbarste Variante aller Menstruationshöschen. Taynie verwendet keine Biozide und spricht als einziger Hersteller in unserem Periodenunterwäsche Test eine Waschempfehlung von 60 Grad aus. Allerdings würden wir uns eine transparentere Kommunikation zur Produktion der Höschen wünschen. Was wir auch kritisch sehen: Taynie bezieht sich auf eine antibakterielle Wirkung von Bambus, für die es jedoch keinerlei aussagekräftige Studien gibt, mehr dazu erfahrt ihr in Franzis Artikel.


 

FEMTIS – Werden die Höschen wirklich fair gefertigt?

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion:
Antwort von Femtis: »Ja«
Anmerkung: Leider haben wir trotz mehrmaliger Nachfrage von Femtis keine weiteren Informationen zu den Produktionsbedingungen erhalten.


Wo wird produziert:
Antwort von Femtis: »Asien«
Anmerkung: Leider haben wir keine genauen Informationen zu den Produktionsbedingungen erhalten. Femtis möchte aus Wettbewerbsgründen seine Bezugsquellen nicht kommunizieren. Wir finden, dass das aber zum Standard eines fair und nachhaltig agierenden Unternehmen gehören sollte.


Materialien: Bio-Baumwolle, Elasthan, Nylon


Größen: XXS bis XXXL


Nachhaltigkeit:
Antwort von Femtis: »Die Membran aller Panties ist Oeko-Tex zertifiziert, die innerste Lage bei 8 von 10 Modellen besteht aus GOTS Bio-Baumwolle (die zwei restlichen Modelle werden bis Sep 2020 auf GOTS Bio-Baumwolle umgestellt). Bei 6 Modellen wird dazu ein Oeko-Tex zertifizierter Oberstoff verwendet.«

Anmerkung: Wir konnten bei GOTS leider nichts unter Femtis oder BALVEA e.K. finden. Femtis hat uns keine Produktionsstätten genannt und daher können wir diese Aussage nicht überprüfen. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Femtis besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Nach den GOTS -Richtlinien darf ein Produkt nur dann als GOTS-zertifiziert bezeichnet werden, wenn die gesamte Wertschöpfungskette und das Endprodukt zertifiziert sind. Dies ist bei den Periodenhöschen von Femtis nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung der Bio-Baumwolle erfolgt, halten wir für sehr problematisch. Ebenfalls konnten wir keine Hinweise dazu finden, dass Femtis über das Oeko-Tex Siegel verfügt.


Siegel/Zertifikate: 

PETA approved vegan

OekoTex
Anmerkung: Konnte von uns nicht geprüft werden, da Femtis uns keine Nummer genannt hat.

Antwort von Femtis: »Die Produktion wird aktuell GOTS zertifiziert (Abschluss voraussichtlich bis Okt 2020).«
Anmerkung: Wir konnten bei GOTS leider nichts unter Femtis oder BALVEA e.K. finden. Femtis hat uns keine Produktionsstätten genannt und daher können wir diese Aussage nicht überprüfen. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Femtis besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Nach den GOTS -Richtlinien darf ein Produkt nur dann als GOTS-zertifiziert bezeichnet werden, wenn die gesamte Wertschöpfungskette und das Endprodukt zertifiziert sind. Dies ist bei den Periodenhöschen von Femtis nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung der Produktion erfolgt, halten wir für sehr problematisch.


Studien: keine


Saugfähigkeit: 5 ml bis 15 ml (Flüssigkeitsmenge entspricht 1-3 Tampons)


Tragedauer: ca. 8 Stunden


Nutzungsdauer:

Antwort von Femtis: »Bei anleitungsgemäßer Pflege haben die Slips eine Lebensdauer wie herkömmliche Slips, die Eigenschaften bleiben erhalten, ein zwingender Austausch nach 2 Jahren ist nicht erforderlich.«


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 40 Grad in der Waschmaschine waschen
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist das eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur.


Preis: ca. 24-29 €


Persönliches Fazit unserer Redaktion:
Auch wenn Femtis eine große und schöne Auswahl an Menstruationshöschen bietet, sind die intransparenten Informationen zu den Herstellungsbedingungen ein No-Go für uns. Auf mehrmalige Nachfrage wollte uns Femtis, nach eigenen Angaben aus Wettbewerbsgründen, nicht die genaue Lokalisation sowie die Produktionsstätten in Asien nennen. Laut der Brand findet eine »moderne und sichere Produktion mit fairen Löhnen« statt, allerdings ist das in keiner Form belegt.


 

ERDBEERWOCHE – lieber Stoffbinden als Höschen

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion:
Antwort von Erdbeerwoche: »Ja«


Wo wird produziert:
Antwort von Erdbeerwoche: »In Rumänien, die Endfertigung findet in Deutschland statt.«
Anmerkung: Leider haben wir auch dazu keinerlei weitere Auskünfte von Erdbeerwoche bekommen.


Materialien: Bio Baumwolle, Elasthan, Polyester, Vlieseline
Anmerkung: Vlieseline ist ein Fixierstoff, der in diesem Fall zu 100% aus Plastik besteht


Größen: 34 bis 46




Nachhaltigkeit:

Antwort von Erdbeerwoche: »Obermaterial bestehend aus 92% zertifizierte Bio- und Fairtrade-Baumwolle, 8% Elasthan für den optimalen Sitz. Der in den Slip integrierte Auslaufschutz besteht aus 3 Schichten: Eine Schicht Membran = aus 100% Polyester und einer Beschichtung aus 100% PUR, Oeko-Tex zertifiziert. Eine Schicht Vlieseline (100% PES: Es handelt sich um einen Oeko-Tex zertifizierten Kunststoff für Textilien, der Flüssigkeit gut aufnimmt und das Auslaufen verhindert). 
Eine Schicht Bio- und Fairtrade-Baumwolle. Sowohl die innenliegende Saugschicht aus Vlieseline als auch die als Auslaufschutzdienende Membran sind Oeko-Tex-zertifiziert. Somit sind alle im Erdbeerwoche-Periodenslip verarbeiteten Materialien zertifiziert.«


Siegel/Zertifikate:
Antwort von Erdbeerwoche: »Die im Slip verarbeitete Baumwolle ist GOTS und Fairtrade zertifiziert.«
Anmerkung:
Wir haben bei GOTS weder myProduct GmbH noch Erdbeerwoche gefunden. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Erdbeerwoche besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Nach den GOTS -Richtlinien darf ein Produkt nur dann als GOTS-zertifiziert bezeichnet werden, wenn die gesamte Wertschöpfungskette und das Endprodukt zertifiziert sind. Dies ist bei den Period Panties von Erdbeerwoche nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung der verarbeiteten Baumwolle erfolgt, halten wir für sehr problematisch.

Fairtrade
Anmerkung: Konnte von uns nicht geprüft werden, da der TransFair-Code 19790002, den Erdbeerwoche auf ihrer Website angibt, nicht existiert.

Update vom 25.5.2021:
Wie Erdbeerwoche uns am 20.5.2021 mitteilte, ist ihr Unterwäscheproduzent Comazo mit dem TransFair-Code 19790002 gelistet. Wir haben das am 25.5.2021 erneut überprüft und es stimmt.

Oeko-Tex
Anmerkung: Konnten wir nicht überprüfen, da Erdbeerwoche uns keine Labelnummer genannt hat.




Studien: keine


Saugfähigkeit: Flüssigkeitsmenge entspricht 1-2 Tampons


Tragedauer: ca. 12 Stunden


Nutzungsdauer:
Antwort von Erdbeerwoche: »bei guter Pflege mehrere Jahre«


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 40 Grad in der Waschmaschine waschen
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist das eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur.


Preis: ca. 22 €


Persönliches Fazit unserer Redaktion:
Die Periodenslips haben einen angenehmen Tragekomfort. Wir haben sie allerdings nur an den leichten Tagen getestet, dort hatten wir zu keiner Zeit das Gefühl nicht ausreichend geschützt zu sein. Da die Testperson eine sehr starke Monatsblutung hat, wurde an Tag zwei und drei auf Tampons zurückgegriffen, weil die Period Panties alleine nicht ausreichend Schutz geboten hätten. Auf Nachfrage bezüglich der Waschtemperatur gab Erdbeerwoche an, dass die Höschen auf Dauer bei 40 Grad gewaschen werden sollten, da sonst die Gefahr bestehe, dass sie einlaufen könnten und die dünnen Nähte strapaziert werden. »Hin und wieder« sei eine Wäsche bei 60 Grad ebenso möglich. Die Problematik des Waschens könnt ihr in diesem Artikel nochmals nachlesen. Wir würden potentiell eher zu den Stoffbinden von Erdbeerwoche* greifen als zu ihren Menstruationsslips, denn die können bei 60 Grad gewaschen werden.


 

PINKE WELLE – hier surfen wir nicht mit

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion:
Antwort von Pinke Welle: »Ja«


Wo wird produziert: China
Anmerkung: Leider hat uns Pinke Welle auf Nachfrage, ob sie uns die Produktionsstätten nennen können, nur eingegrenzt, dass sie sich in der Nähe von Hong Kong befinden.


Materialien:
Tamboocel™ (Bambusfaser), Nylon, Baumwolle, Polyester, Polyurethan (TPU), Bambusviskose, Elasthan


Größen: S bis XL


Nachhaltigkeit:

Antwort von Pinke Welle: »Wir produzieren in China, wo auch der Rohstoff Bambus wächst. Somit wird dieser nicht unnötig weit zu den Verarbeitungsstandorten transportiert, sondern direkt vor Ort nachhaltig nach höchsten Standards verarbeitet. Das Hauptmaterial ist Tamboocel™, die in einem patentierten und umweltfreundlichen (so genannten Closed- Loop) Verfahren hergestellt wird.
Anmerkung: Leider ist uns das Material Tamboocel™ nicht bekannt. Wir haben auch keine validen Quellen dazu im Internet gefunden – wenn du mehr weißt, dann teile es gerne mit uns.


Siegel/Zertifikate:
PETA approved vegan

Oeko-Tex
Anmerkung: Nur die Materialien sind zertifiziert. Konnten wir nicht überprüfen, da Pinke Welle uns keine Labelnummer genannt hat.


Studien: keine


Saugfähigkeit:
20-30 ml (Flüssigkeitsmenge entspricht 2-3 Tampons)


Tragedauer: ca. 12 Stunden


Nutzungsdauer:
Antwort von Pinke Welle: mindestens 2 Jahre (bei korrekter Pflege).


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 40 Grad in der Waschmaschine (Wäschesack) waschen
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist das eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur.


Preis: ca. 17-29 €
Anmerkung: Pinke Welle bietet B-Ware an, die etwas günstiger ist. Das finden wir super!

Persönliches Fazit der Redaktion:
Leider fallen sie sehr klein aus – unsere Testperson musste sie an eine weitere Freundin geben. Die Testperson sagte, dass die Period Pants super seien. Sie halten trocken, man riecht nichts, bequem zu tragen und man fühlt sich sicher. Auch nach der Wäsche sehen die Slips super aus. Zu einigen Materialien wie Tamboocel™ lassen sich kaum Infos im Internet finden. Auf Nachfrage zu den Produktionsbedingungen hat Pinke Welle uns mitgeteilt, dass eine Produktionsstätte in China eine GOTS Zertifizierung anstrebt. Das können wir leider nicht nachprüfen, da uns die Produktionsstätte nicht genannt wurde. Außerdem sagte uns Pinke Welle, dass ein Besuch der Hersteller in China in Zukunft geplant sei. Das hört sich alles sehr schwammig für uns an und wir hätten uns eine transparentere Kommunikation vom Brand gewünscht.


 

POURPRÉES – Wenn du denkst, du bist nachhaltiger als alle anderen…

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion: Ja


Wo wird produziert: Frankreich
Antwort von Pourprées: »Wir haben uns entschieden in Frankreich zu produzieren. Dort gelten hohe gesetzliche Standards beispielsweise zu Arbeitssicherheit, gerechter Entlohnung oder Arbeitszeiten und wir können uns darauf verlassen, dass diese auch eingehalten werden. Selbstverständlich können wir diese auch selbst jederzeit kontrollieren und tun dies auch regelmäßig. Diese Standards sind nicht zu vergleichen mit denen in den bekannten asiatischen Produktionsländern. Auch die Standards – vor allem in puncto Bezahlung – in europäischen Ländern, in denen oft produziert wird (Türkei, Rumänien, Litauen etc.) liegen deutlich unterhalb den französischen.«


Materialien: Bio Baumwolle, Eukalyptusfaser
Antwort von Pourprées: »Die absorbierende Schicht ist in unseren Slips aus Eukalyptusfasern, die antibakterielle Eigenschaften haben.«
Anmerkung: Leider konnte uns Pourprées keine Studie nennen, in der die antibakterielle Wirkung von Eukalyptus bestätigt wird.


Größe: 30 bis 56


Nachhaltigkeit:

Antwort von Pourprées: »Wir haben uns für Baumwolle der strengsten ökologischen Standards entschieden. Unter den Herstellern für Periodenunterwäsche am deutschen Markt verfolgen wir unseres Wissens nach damit den höchsten Nachhaltigkeitsanspruch.«


Siegel/Zertifikate:
Antwort von Pourprées:
»GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle
«
Anmerkung: Wir konnten keine Angaben über Pourprées* bei GOTS finden! Auf dem Blog Vulvani haben wir einen Kommentar gefunden, dass Pourprées angeblich wegen Verbrauchertäuschung und unrechtmäßiger Werbung mit dem GOTS-Siegel abgemahnt wurde. Laut des Kommentars hat Pourprées daraufhin anscheinend alle Hinweise zu GOTS auf ihrer Webseite entfernt. Ob die Entfernung wirklich mit einer Abmahnung in Zusammenhang steht, entzieht sich unserer Kenntnis. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Pourprées besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Das Endprodukt muss dem GOTS-Standard entsprechen, das ist hier nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung der verarbeiteten Bio-Baumwolle erfolgt, halten wir für sehr problematisch.

Oeko-Tex
Anmerkung: Konnten wir nicht überprüfen, da Pourprées uns keine Labelnummer genannt hat.

Origine France Garantie

PETA approved vegan
Anmerkung: Laut den Angaben in unserem Fragebogen aus 2020 befindet sich Pourprées noch »im Validierungsprozess«. Das Label ist bis heute nicht bei PETA zu finden.




Studien: keine


Saugfähigkeit: Flüssigkeitsmenge entsprechend 3-4 Tampons


Tragedauer: ca. 8-12 Stunden


Nutzungsdauer: ca. 4-5 Jahre


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 30 Grad in der Waschmaschine (Feinwaschgang bzw. Schonwaschgang, Wäschesack)
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist das eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur.


Preis: 34-44 €


Persönliches Fazit unserer Redaktion:
Eigentlich finden wir die Panties mega schön – und auch, dass sie keine Biozide verwenden, ist für uns positiv zu bewerten. Allerdings ist die die Kommunikation über das GOTS-Siegel sehr intransparent. Auf Nachfrage, ob es zu der antibakteriellen Wirkung von Eukalyptus Studien gäbe, hat Pourprées* Informationen des Schuhherstellers Giesswein mit uns geteilt. Was in den Schuhen funktioniert, passt auch für die Scheide? Schwierig.

Was wir ebenfalls kritisch sehen, ist die Empfehlung, die Panties nur bei 30 Grad zu waschen, da bei Verschmutzungen mit Blut ein Waschvorgang mit 60 Grad empfohlen wird. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im Artikel von Franzi.


 

AISLE – Panties mit separaten Stoffeinlagen

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion: Ja


Wo wird produziert: Kambodscha


Materialien: Tencel™, Truetex™, Recyceltes Polyester, Bio-Baumwolle, Technical Cotton, Thermoplastisches Polyurethan (TPU), Polyester, Elasthan
Anmerkung: Uns ist das Material Truetex™, nicht bekannt und wir konnten dazu keine validen Quellen finden. Franzi geht in ihrem Artikel auf dieses Thema noch einmal ein.


Größen: XS bis 5XL


Siegel/Zertifikate:
Certified B Corporations
Anmerkung: Haben wir überprüft und Aisle ist gelistet.


Studien: keine


Saugfähigkeit:
Antwort von Aisle: »10 ml pro Höschen, 20 ml mit der zusätzlichen Einlage (entspricht Flüssigkeitsmenge von 2-4 Tampons


Tragedauer:
Antwort von Aisle: »Hängt von der Kundenpräferenz und der Blutungsstärke ab. Kund:innen benötigen mindestens ein frisches Paar für jeden Tag.«
Anmerkung: Das würde einer Tragedauer von 12 Stunden entsprechen.


Nutzungsdauer: ca. 3 Jahre


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen
Anmerkung: Unserer Meinung sind 30 Grad eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur


Preis: ca. 27-29 €


Persönliches Fazit unserer Redaktion:
Prinzipiell finden wir die Period Panties ganz gut. Allerdings stören uns die Extra-Einlagen, die Aisle als Booster bezeichnet, welche man selbst im Höschen befestigen muss. Sie verrutschen ständig im Slip. Separate Stoffbinden, beispielsweise mit Druckknopf oder Klettverschluss finden wir viel praktischer. Im Alltag komplett auf diese Periodenwäsche umzusteigen können wir uns nicht vorstellen, da wir das Handling mit den extra Einlagen viel zu kompliziert finden. Aisle gibt Materialien wie Truetex™ an, zu denen wir keine validen Informationen gefunden haben. Franzi geht in ihrem Artikel noch einmal im Detail auf das Thema ein – auch darauf, warum das Waschen bei 30 Grad nicht ausreicht.


 

MODIBODI – Die Wegwerfhöschen unter den Period Panties?

Biozide: Nein


Vegan: teilweise


Faire Produktion:
Antwort von Modibodi: »Ja«


Wo wird produziert:
Antwort von Modibodi: »China (alle Fabriken werden laut Modibodi jährlich besucht).«


Materialien: Nylon, Polyester, Merinowolle, Bambusviskose


Größe: 3XS bis 6XL


Siegel/Zertifikate:
Antwort von Modibodi: »GOTS (Red range)«
Anmerkung: Was Modibodi mit der Antwort »GOTS (Red range)« in unserem Fragebogen meint, ist uns schleierhaft. Wir haben Modibodi nicht verifizieren können, da wir sie in der Datenbank nicht gefunden haben. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Modibodi besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Nach den GOTS -Richtlinien darf ein Produkt nur dann als GOTS-zertifiziert bezeichnet werden, wenn die gesamte Wertschöpfungskette und das Endprodukt zertifiziert sind. Dies ist bei den Period Panties von Modibodi nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung erfolgt, halten wir für sehr problematisch.

Oeko-Tex
Antwort von Modibodi: »Alle unsere Fabriken verfügen über Oeko-Tex Zertifikate sowie aktuelle BSCI-Audit-Zertifikate, die jährlich aktualisiert werden.«
Anmerkung: Konnten wir nicht überprüfen, da Modibodi uns keine Labelnummer genannt hat.




Studien: keine


Saugfähigkeit: 10-50 ml (Flüssigkeitsmenge entsprechend 1-5 Tampons)


Tragedauer: ca. 12-24 Stunden


Nutzungsdauer: 6 Monate bis 2 Jahre


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist das eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur


Preis: 18-30 €


Persönliches Fazit unserer Redaktion:
Die getesteten Modelle von Modibodi waren sehr angenehm zu tragen. An Tagen mit starken Blutungen hatten wir das Gefühl, dass es schon einige Zeit gedauert hat, bis die Flüssigkeit aufgesaugt wurde. In Zeiten von Home Office & Co. ist das für uns in Ordnung, für den Alltag jedoch eher unangenehm. Mit Blick auf die Empfehlung von 30 Grad beim Waschen werden wir misstrauisch. Warum erfahrt ihr in Franzis Artikel. Die angegebene Nutzungsdauer von 6 Monaten lässt uns auch sehr stark an der angepriesenen Nachhaltigkeit von Periodenpanties zweifeln, wenn sie nach 6 Perioden schon wieder im Müll landen sollen. Was ist denn bei den Materialien oder der Verarbeitung schief gelaufen, wenn man ein Höschen insgesamt nur so eine kurze Zeit tragen kann? Modibodi würden wir persönlich wegen der fehlenden Nachhaltigkeit und den sehr schwammigen Angaben zu den Produktionsbedingungen nicht empfehlen.


 

WUKA – wirbt mit einer Walmart Zertifizierung?

Biozide: Nein


Vegan: Ja


Faire Produktion:
Antwort von Wuka: »Ja«

Wo wird produziert: China
Antwort von Wuka: »Die Gründer besuchen die Fabrik jedes Jahr und stellen sicher, dass die Arbeiter einen fairen Lohn erhalten und gute Arbeitsbedingungen haben, sie haben Pausen und ihr Mittagessen wird auch in der Kantine der Fabrik bezahlt. Die Fabrik gehört einer jungen Unternehmerin, die erst 29 Jahre alt ist, und wird von ihr geleitet. Sie befindet sich noch in der Anfangsphase, aber wir haben ihr eine Frist gesetzt, um bis Ende November die Zertifizierung zu erhalten. Wir arbeiten auch mit einer zweiten Fabrik in China zusammen, und diese verfügt über Zertifizierungen wie das Walmart-Unternehmenszertifikat.
Anmerkung: Wuka hat uns leider nicht mitgeteilt, ob die Fabrik mittlerweile zertifiziert ist.


Materialien: Lenzing Modal®, Recyceltes Nylon, Bio-Baumwolle


Größen: XS bis 3XL


Siegel/Zertifikate:
Lenzing certified
Antwort von Wuka: »Die Bio-Baumwolle ist GOTS zertifiziert.«
Anmerkung: Wuka ist in der GOTS Datenbank nicht auffindbar. Die gesamte Herstellung muss bestimmten ökologischen und sozialen Standards entsprechen, um bei GOTS gelistetet zu werden. Wuka besitzt nach unserer Recherche kein GOTS-Siegel. Das Endprodukt muss dem GOTS-Standard entsprechen, das ist hier nicht der Fall. Nach den GOTS -Richtlinien darf ein Produkt nur dann als GOTS-zertifiziert bezeichnet werden, wenn die gesamte Wertschöpfungskette und das Endprodukt zertifiziert sind. Dies ist bei den Menstruationshöschen von Wuka nicht der Fall. Das uns gegenüber dennoch ein Verweis auf die GOTS -Zertifizierung der verarbeiteten Bio-Baumwolle erfolgt, halten wir für sehr problematisch.


Saugfähigkeit: 20 ml (Flüssigkeitsmenge entspricht 4 Tampons)


Tragedauer: ca. 8 Stunden


Nutzungsdauer: ca. 2 Jahre


Waschen:
– nach dem Tragen kalt per Hand auswaschen
– bei 30-40 Grad in der Waschmaschine (Wäschesack) waschen
Anmerkung: Unserer Meinung nach ist das eine viel zu niedrige Empfehlung für die Waschtemperatur.


Preis: ca. 12-25 €


Persönliches Fazit der Redaktion:
Die Wuka Menstruationshöschen finde ich super zu tragen, da sie sehr angenehm auf der Haut liegen und an keinerlei Stelle zwicken. Außerdem hatte ich zu keiner Zeit ein Nässegefühl, ich habe allerdings auch eine schwache Blutung. Minuspunkte sind für mich allerdings der sehr breite Schnitt, da würde ich mir noch kleinere, schnittigere Modelle wünschen. Ebenfalls ist mir der sehr lange Trocknungsprozess negativ aufgefallen. Auf Nachfrage konnte Wuka das Produktionsland China nicht weiter eingrenzen. In unserem Fragebogen positionierte sich Wuka zudem damit, dass eine ihr Produktionsstätten das »Walmart Corporate Certificate« besitzen. Leider konnten wir nicht herausfinden, was es mit diesem Zertifikat auf sich hat. Alles in allem wirkt das Label was die Produktionsbedingungen angeht, nicht sehr transparent und vertrauenswürdig auf uns.


 

Diese Menstruationshöschen Hersteller haben wir auch noch für unseren Periodenunterwäsche Test mehrmals angeschrieben und leider keine Antwort erhalten:



SELENACARE
hat unsere Anfragen für unseren Periodenunterwäsche Test und mehrere Reminder komplett ignoriert und gar nicht geantwortet.

DEAR KATE

hat den Fragebogen nicht ausgefüllt, keine Höschen zum Testen geschickt, wollte uns aber einen Rabatt-Code für unsere Leser:innen zukommen lassen.

THINX
hat uns anstatt drei Höschen auf einmal sechs Modelle geschickt, die wir überhaupt nicht angefragt hatten und die auch keiner von uns passten. Außerdem haben sie auch nicht mehr auf unsere Reminder zum Fragebogen geantwortet.

Es gibt noch viele weitere Brands, die wir aus Zeitgründen nicht ausführlich testen konnten. Sollte dir eine Marke begegnen und du dir mit dem Produkt unsicher sein, nutze gerne unseren Überblick und die darin enthaltenen Informationen als Leitfaden, um die Brands zu prüfen. Wir hoffen, dass wir dir mit unseren Recherchen und Fragestellungen die richtigen Tools an die Hand geben können, um den Herstellern auf den Zahn zu fühlen.

P.S. Als Reaktion auf unseren Artikel von Textil-Expertin Franzi Uhl haben wir schon einige Tipps von Leser:innen erhalten. Diese Brands stellen ebenfalls noch Menstruationshöschen her. Wir kannten sie bisher noch nicht:

VON OCKER UND ROT



NATANA



ALMO

Tragedauer – Wie viele Höschen braucht man?

Unseren Periodenunterwäsche Test haben wir mit jeweils drei Panties eines Brand bestritten, konnten jedoch sehr schnell feststellen, dass das für eine gesamte Periode ein ganz schön knappes Höschen ist – im wahrsten Sinne des Wortes. Auch die Hersteller gaben uns in den Fragebögen eine Tragedauer zwischen 8 und 24 Stunden an. Über die lange Tragedauer sind wir gestolpert und haben im Zuge dessen noch einmal recherchiert. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzt:innen, sagt gegenüber der Augsburger Allgemeinen: »Idealerweise sollte bei einem Nässegefühl, beziehungsweise wenn das Blut in einer Binde oder dem Perioden-Panty zu riechen beginnt, gewechselt werden. Geruch kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Vermehrung von krankmachenden Keimen begonnen hat.« Bei einer sehr starken Blutung kann das schon nach 3 Stunden sein. Oha!

Periodenunterwäsche Test – Warum wir Menstruationshöschen kritisch sehen. Sind Period Panties empfehlenswert? Sind Periodenhöschen umweltfreundlich? Spart man mit Geld und Müll? Was ist mit Bioziden?

Sind Periodenpanties nachhaltiger als Menstruationstassen oder Tampons?

Doch wie lange halten die Höschen eigentlich? Und wann wird es Zeit für Neue? Schaut man sich die Antworten der Brands an, lässt sich dazu scheinbar keine einheitliche Antwort finden, denn mit sechs Monate (Modibodi) bis »theoretisch unendlich« (Kora Mikino) scheint die Nutzungsdauer ein sehr dehnbarer Begriff zu sein.

Auch die Entsorgung der Panties ist ein schwieriges Thema: Manche Hersteller bieten an, die Höschen zurück zu nehmen, wie zum Beispiel Kora Mikino, wenn keine Verwendung mehr möglich ist, und diese zu recyceln. Wir fragen uns, wie das bei dem bunten Material-Mix, aus dem die meisten Periodenhöschen bestehen, möglich sein soll? Mehr zu dem ganzen Recycling-Thema könnt ihr nochmal in Franzis Artikel nachlesen.

Andere Hersteller raten die Panties einfach als normale Unterwäsche weiterzutragen. Wie das dann im Alltag organisiert werden soll, damit man nicht durcheinander kommt, ist uns ein Rätsel. Vor allem, wenn sich nach ein paar Jahren schon ein beträchtlicher Haufen an Period Panties angesammelt hat. Aufgrund der bereits beschriebenen Dicke (und teilweise auch lautem rascheln beim Tragen) der Höschen kann sich zumindest von uns keine vorstellen, im Alltag auf ausrangierte Periodenwäsche umzusteigen, vor allem wenn Biozide enthalten sind. Wir möchten die Höschen von Ooia, Kora Mikino, MyLily, The Female Company & Co., welche Biozide enthalten, nach unserem Periodenunterwäsche Test und den Erkenntnissen dazu nicht mehr tragen.

Periodenunterwäsche Test – Warum wir Menstruationshöschen kritisch sehen. Sind Period Panties empfehlenswert? Sind Periodenhöschen umweltfreundlich? Spart man mit Geld und Müll? Was ist mit Bioziden?

Ist Periodenwäsche günstiger als andere Periodenprodukte?

Viele Brands werben mit den geringeren Kosten während der Periode, wenn man von Tampons auf Menstruationswäsche umsteigt. Doch rechnen wir mal durch:

Ungefähr 12.000 Tampons benötigt eine menstruierende Person in ihrem Leben. Eine 20-er Packung Bio-Tampons kostet ca. 3,60 Euro. Das bedeutet wir brauchen circa 600 Packungen und kommen also auf 2160 Euro, wenn wir unser gesamtes Leben mit Bio-Tampons menstruieren.

Schauen wir uns die andere Seite an: Frauen haben durchschnittlich ca. 36 Jahre lang ihre Regel. Viele Brands geben eine viel zu lange Tragedauer pro Tag an – eigentlich sollte laut Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzt:innen, (Quelle: Augsburger Allgemeine) ein Höschen bereits nach maximal acht Stunden gewechselt werden. Sagen wir, wir brauchen also durchschnittlich 3 Höschen pro Tag, dann kommen wir pro Zyklus auf 15 Höschen, wenn wir 5 Tage lang menstruieren und in dieser Zeit nicht waschen. Das ist aber ziemlich unwahrscheinlich, daher rechnen wir einfach mal mit 10 Höschen pro Zyklus.

Kaufen wir uns 10 Period Panties für durchschnittlich 30 Euro pro Stück, zahlen wir 300 Euro. Diese dürfen wir anschließend ungefähr zwei Jahre tragen. Um die 36 Jahre gut versorgt zu sein, müssen wir uns mit der Zeit 180 Höschen zulegen. Das macht eine Gesamtsumme von insgesamt 5400 Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Ausgaben für Bio-Tampons.

Hinzu kommen noch die Kosten für den Wasser- und Energieverbrauch, wenn die Höschen erst kalt unter fließendem Wasser ausgewaschen werden müssen, um anschließend in der Waschmaschine zu landen – auch diese Kosten summieren sich über die Jahre. Vor allem, wenn extra nur für die Höschen eine halbvolle Waschmaschine angeworfen wird.

Seid also kritisch, wenn Brands mit solchen Aussagen werben und rechnet lieber einmal alles ganz genau für euch persönlich durch (eine Hilfe stellt hier vielleicht der Menstruationsrechner von Spiegel dar. Damit könnt ihr euren Verbrauch an Binden, Tampons oder Menstruationstassen und deren Kosten berechnen. Euer Ergebnis könnt ihr dann als Preisvergleich für den Period Panty Hersteller eurer Wahl benutzen.

Es gibt mit Sicherheit auch Fälle, in denen diese Behauptung zutrifft, doch das Ganze ist eben sehr individuell und von jeder Frau und ihrem Zyklus abhängig – solch eine Message kann jedoch nicht einfach für alle pauschalisiert getroffen werden. Das unser Einschätzung nach ist einfach nur gutes Marketing.

Periodenunterwäsche Test – Warum wir Menstruationshöschen kritisch sehen. Sind Period Panties empfehlenswert? Sind Periodenhöschen umweltfreundlich? Spart man mit Geld und Müll? Was ist mit Bioziden?

Warum wir keine Menstruationshöschen mehr verwenden

Im Anbetracht all dieser Fakten, die sich während unserer Recherche der letzten eineinhalb Jahre ergeben haben, ist für uns die Nutzung von Periodenhöschen bisher alles andere als nachhaltig. Wir wollen weder Biozide an der wohl intimsten Stelle unseres Körpers tragen, noch wollen wir einen bunten Materialmix, der nicht recycelbar ist. Außerdem empfehlen die meisten Brands, die Unterhosen ohne Biozide anbieten, eine Waschtemperatur von 30-40 Grad.  Dr. Christian Albring sagt der Augsburger Allgemeinen gegenüber, dass bei der Wäsche von nur 40 Grad nicht rausgewaschene Blutreste »möglicherweise einen Nährboden für Keime bieten, den es bei sauberer Unterwäsche nicht gibt.« Deswegen sei eine Wäsche bei 60 Grad hygienischer. Diese Problematik könnt ihr nochmal ausführlich in Franzis Artikel nachlesen.

Unser Periodenunterwäsche Test hat es gezeigt und wir sind uns vollkommen bewusst, dass es alles andere als einfach ist, ein nachhaltiges, ökofaires und umweltfreundliches Produkt herzustellen. Gleichzeitig werben wirklich viele Period Panty Labels mit eben diesen Eigenschaften. Nach unserem Periodenunterwäsche Test und den Recherchen dazu finden wir sie persönlich nicht nachhaltig und spielen weiterhin im Team Bio-Tampons, Stoffbinden und Menstruationstassen.

Den Ansatz der Periodenhöschen finden wir nach wie vor super und es ist echt schade, dass das Konzept aktuell noch nicht nachhaltiger und umweltfreundlicher funktioniert. Für uns gibt es noch einige Baustellen, bei denen die Brands über Veränderungen nachdenken sollten. Erst dann können wir Periodenslips mit gutem Gewissen als nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu Tampons & Co. sehen. Außerdem würden wir uns von einigen Brands mehr Engagement und Transparenz im Hinblick auf die Produktion und Materialien der Höschen wünschen.

Du musst deine Menstruationshöschen jetzt nicht gleich nach unserem Periodenunterwäsche Test im Hinterhof verbrennen. Wir wollen dir mit unserem Periodenunterwäsche Test nur Impulse geben und zum Nachdenken anregen. Und dir mit diesem Periodenunterwäsche Test eine Hilfestellung geben, um für dich zu prüfen, wenn dir ein neues Menstruationshöschen Label begegnet. Wenn du noch Fragen hast, dann schreib´ den betreffenden Hersteller einfach an.

Was denkst du? Sind wir zu streng? Die Biozide im Schritt sind nicht so schlimm? Und Blut beschmierte Wäsche nur bei 60 Grad waschen ist auch ein bisschen zu pingelig? Welche Erfahrungen hast du mit Periodenhöschen gemacht? Teile sie gerne mit uns.

 

Text: Lara Keuthen, Rabea Wahner
Mitarbeit: Wiebke Steiman, Franziska Uhl

 

 


Rechtsanwalt Thore Levermann, Fachanwalt für Medienrecht, Urheberrecht, NutzungsrechtDieser Artikel wurde vor Veröffentlichung rechtlich geprüft. An unserer Seite? Thore Levermann – Rechtsanwalt unserer Herzen. Er begleitet uns bereits seit einigen Jahren zuverlässig und mit vollem Einsatz zu allen rechtlichen Fragen rund um Peppermynta. Thore Levermann ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, für gewerblichen Rechtsschutz und Spezialist im Datenschutzrecht. Er berät zahlreiche Influencer:innen, Blogger:innen sowie Fotograf:innen und ist darüber hinaus Dozent für Presserecht an der Akademie für Publizistik. Thore Levermann ist Gründungspartner der Hamburger Kanzlei WLHK und selbstverständlich auf allen digitalen Wegen erreichbar.

 

Fotos: PR, Inciclo/Unsplash, Sora Shimazaki/Pexels

 

Ihr habt nach unserem Periodenunterwäsche Test keine Lust mehr auf Menstruationshöschen und wollt eure Monatsblutung trotzdem noch nachhaltiger gestalten? Vielleicht ist dann eine Menstruationstasse das richtige für euch. Wir haben mehrere Menstruationscups für euch gestestet.

Ihr möchtet lieber Tampons aus Bio-Baumwolle benutzen? Günstig und ohne Schnick-Schnack? Hier geht es zu unserem Artikel: Warum Bio-Tampons keine Lifestyleprodukte sein müssen

 

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